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Lena Seiferlin
Lena Seiferlin, SWR3; Foto: SWR3
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15 Jahre Übergangsfrist – diese Zeitspanne sollen Bauern bekommen, um ihre Schweineställe etwas tiergerechter umzubauen. Das berichtet eine Zeitung. Dabei gibt es schon seit 2016 strengere Vorgaben.

Die Mastställe, in denen Schweine bis zu ihrer Schlachtung gehalten werden, sollen „tiergerechter“ werden. So will es die Bundesregierung. Dafür müssen viele Bauern ihre Mastanlagen aber erst mal umbauen. Dafür sollen sie jetzt 15 Jahre Zeit bekommen, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) und beruft sich auf einen Verordnungsentwurf.

Eine Vorgabe: Sauen kürzere Zeit fixieren

Die genauen Eckdaten will das Bundeslandwirtschaftsministerium demnach zwar erst in der kommenden Woche bei der Agrarministerkonferenz in Landau vorstellen. Doch laut NOZ sollen Sauen künftig zum Beispiel nur noch ein paar Tage im Jahr in sogenannten Kastenständen fixiert werden dürfen.

So ein kleiner Käfig lässt einer Sau kaum Bewegungsfreiheit. Bislang geht das noch mehrere Monate im Jahr. Dieser Kastenstand soll verhindern, dass die Sauen ihre Ferkel erdrücken, weil ihnen auch ohne diesen Käfig nicht viel Platz in einem Maststall bleibt.

Kastenstände sollen 20 Zentimeter länger werden

Schon im November 2016 hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Sauen in diesem Kastenstand ihre Beine müssen ausstrecken können, ohne an die Sau im Kastenstand direkt daneben zu stoßen. In einem großen Teil der Mastställe ist das aber noch der Fall.

Jetzt sollen die Kastenstände nach den Vorstellungen des Agrarministeriums grundsätzlich 20 Zentimeter länger werden. Im sogenannten Abferkelbereich, also dort, wo die Sauen ihre Ferkel werfen, sollen sie zumindest so viel Platz bekommen, dass sie sich einmal um sich selbst drehen können.

Tierschutzbund kritisiert wirtschaftliche Ziele vor Tierschutz

Dem Deutschen Tierschutzbund ist die anvisierte Übergangsfrist von 15 Jahren deutlich zu lang. Präsident Thomas Schröder sagte der NOZ: „Ökonomie vor Tierschutz – das war, ist und bleibt offenbar die nationale Tiernutzpolitik der Bundesregierung.“

Der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN), Thorsten Staack, nannte die Frist hingegen sogar zu kurz. Die Ställe müssten umfassend umgebaut werden, argumentierte er. Zudem forderte er dafür Finanzhilfen vom Bund.

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