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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Vom Klimapaket der Bundesregierung über die Klimaprotestler von Fridays for Future – in Deutschland wird gerade viel über den Klimawandel gesprochen. Aber welche Folgen hat das konkret für Deutschland? In einem neuen Bericht der Bundesregierung ist sogar von Toten die Rede.

Svenja Schulze, Berlin; Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Svenja Schulze (SPD), Bundesumweltministerin, am Dienstag in Berlin

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Rund 270 Seiten stark ist der Bericht der Bundesregierung – besonders gute Nachrichten stehen allerdings nicht drin. Stattdessen geht es zum Beispiel um die Erderwärmung: Um rund 1,5 Grad sei es schon wärmer geworden seit 1881, erklärte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag in Berlin, wo sie den Bericht vorgestellt hat. Alleine in den vergangenen fünf Jahren sei die Temperatur um 0,3 Grad gestiegen.

Diesen Trend bestätigt auch ein neuer Bericht der Vereinten Nationen vom Dienstag. Er stellt in Aussicht: Wenn die Weltbevölkerung so weiterlebe wie aktuell, drohe die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um 3,4 bis 3,9 Grad zu steigen. Das teilte das UN-Umweltprogramm Unep mit.

Diese sieben Dinge verändern sich für Deutschland

Das Problem: Selbst wenn es durch Klimaschutzmaßnahmen gelingt, die globale Erderwärmung wie im Pariser Klimaabkommen angepeilt auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, wird sich das Klima – und damit auch das Wetter – weiter verändern. Und hier kommen die Menschen in Deutschland ins Spiel. Für sie alle – Bauern und Städter, Allergiker, Küstenbewohner oder Autofahrer – würde sich dadurch einiges verändern.

1. Gesundheit: Hitze, Allergien und Stechmücken

Wenn es langsam wärmer wird, setzt das vor allem Älteren, Kranken und Kindern zu. Fakt ist laut dem Bericht: In Jahren mit vielen Hitzetagen sterben mehr Menschen, als statistisch normal wäre. 2003 gab es demnach etwa 7.500 Todesfälle mehr.

Pollenflug und Allergikerin; Foto: dpa/picture alliance/Patrick Pleul

Das Klima beeinflusst den Pollenflug – und damit die Schleimhäute von Allergikern.

dpa/picture alliance/Patrick Pleul

Aber auch für Allergiker könnte es dadurch mehr Probleme geben, denn das Klima beeinflusst auch, wann welche Pollen fliegen. Dass sich etwa die Pflanze Beifuß-Ambrosie ausbreite, werde „in erheblichem Maße auch mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht“, steht in dem Bericht.

Ähnliches gilt für Stechmücken, Zecken und Krankheitserreger. Die Asiatische Tigermücke etwa könne über 20 unterschiedliche Viren übertragen. Funde von Eiern und Mücken im Oberrheingebiet hätten „deutlich zugenommen“, schreiben die Experten.

2. Das Wasser in Deutschland wird knapper

Deutschland ist ein wasserreiches Land. Aber: Monate mit unterdurchschnittlichen Grundwasserständen werden häufiger, vor allem im Nordosten. An 80 Pegeln ist im Sommerhalbjahr der Rückgang der mittleren Abflusshöhe signifikant – die Flüsse führen weniger Wasser, Seen werden wärmer, mit Folgen für Tiere und Pflanzen.

Am Bodensee betrug der Anstieg in der Saison März bis Oktober zwischen 1971 und 2017 rund zwei Grad. Auch Nord- und Ostsee erwärmen sich – und die Meeresspiegel steigen. Damit nimmt die Gefährdung durch Sturmfluten zu. Zudem erodieren Küsten, vor allem Bade-Sandstrände mit Brandung.

3. Unsere Städte müssen grüner werden

Städte bilden „Wärmeinseln“, dort wird es heißer als auf dem Land. Starkregen kann in zugebauten Regionen schlecht ablaufen – immer wieder laufen Gullys über, weil die Kanalisation das Wasser nicht so schnell aufnehmen kann. Stadtplaner und Architekten sollten deshalb in Zukunft etwa auf Grünflächen als „kühlende Oasen“, gut isolierte Häuser und auf Pflanzen an Fassaden und auf Dächern setzen, heißt es im Bericht.

4. Mehr Unfälle und Behinderungen im Verkehr

Hoch- und Niedrigwasser auf Flüssen machen zudem Schiffen Probleme: 2018 transportierten Binnenschiffe 11,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Aber auch Autofahrer sind betroffen: „Für die winterlichen Gefahren wird dabei für die Zukunft allgemein von einer Abnahme ausgegangen, während es in Frühjahr, Sommer und Herbst unter anderem infolge größerer Hitze und vermehrter Starkregen häufiger zu Unfällen kommen könnte“, heißt es im Bericht weiter.

5. Unsere Wälder werden sich verändern

Klimawandel sorgt für mehr Trockenheit; Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa

Dürre, Klimawandel, Borkenkäfer: Dem Wald in Nordrhein-Westfalen geht es immer schlechter.

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Manche Baumarten kommen mit Dürre und Hitze nicht klar – die Fichte etwa stehe gerade unter Druck, schreiben die Experten.

Insekten wie Borkenkäfer und Krankheitserreger könnten sich ausbreiten. Es werde aber über eine zunehmende Waldbrandgefahr diskutiert, „denn in den kritischen Monaten wird es wärmer und trockener“.

6. Arbeit wird härter und gefährlicher

Hitze senkt die Leistungsfähigkeit und steigert die Gefahr von Unfällen. Studien nehmen laut dem Bericht für hohe Hitzebelastung in Mitteleuropa Produktivitätsabnahmen um drei bis zwölf Prozent an. Demnach arbeiten bis zu drei Millionen Menschen überwiegend oder zeitweise im Freien, wo sie dem Wetter besonders ausgesetzt sind. Sie erbringen „geschätzte 10 bis 15 Prozent der Wertschöpfung der Volkswirtschaft“ – hauptsächlich in der Landwirtschaft und der Baubranche, aber auch in der Industrie und im Dienstleistungssektor.

7. Landwirtschaft bekommt viele neue Probleme

Apropos Landwirtschaft: Landwirte sind vom Klimawandel besonders betroffen, wenn etwa Dürre die Ernte vertrocknen lässt oder Futter für Nutztiere knapp wird. Wenn Apfelbäume früher blühen, kann es Spätfrostschäden geben. Das sich ändernde Wetter könne sich aber auch positiv auswirken, denn die Vegetationsperiode werde länger, heißt es in dem Bericht.

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