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Für viele Journalistinnen und Journalisten ist die Arbeit schwieriger und gefährlicher geworden – auch und gerade in Europa. Das geht aus dem Jahresbericht zur Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen hervor.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen spricht von einem wachsenden Klima der Angst. Das gelte vor allem in Ländern, in denen sich Journalisten bisher sicher fühlen konnten.

In Europa erlebten Journalisten vermehrt gezielte Diffamierungen und hetzerische Kampagnen von populistischen Politikern. Die Anfeindungen führten häufig zu Gewalt. Hier habe sich die Lage „am stärksten verschlechtert“, beklagt Katja Gloger von Reporter ohne Grenzen. Serbien und Tschechien seien Beispiele dafür. Aber auch in Österreich sei seit der Regierungsbeteiligung der Rechtspopulisten eine verstärkt medienfeindliche Sprache zu beobachten.

Deutschland klettert auf Rang 13

Deutschland hat sich zwar um zwei Plätze auf Rang 13 verbessert. Das liege aber vor allem daran, dass die Situation in anderen Ländern schlechter geworden sei. 22 Angriffe auf Medienschaffende zählte Reporter ohne Grenzen vergangenes Jahr. In 16 Fällen kam es dabei zu tätlicher Gewalt.

In den USA wurden dem Bericht zufolge so viele Mord- und Bombendrohungen gegen Journalisten gezählt wie noch nie. Das sei ein Resultat der Hetze gegen kritische Medien von US-Präsident Donald Trump, so Reporter ohne Grenzen. Damit rutscht das Land um drei Plätze auf Rang 48 in der Liste ab.

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80 tote Reporter

Mindestens 80 Journalisten wurden 2018 im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet. 348 Medienschaffenden sind weltweit wegen ihrer Arbeit inhaftiert. Die meisten von ihnen in China, Ägypten, der Türkei, Saudi-Arabien und im Iran.

Das weltweit gefährlichste Land für Journalistinnen und Journalisten war 2018 laut dem Bericht Afghanistan. Dort kamen mindestens 16 Medienschaffende ums Leben. Neun von ihnen starben bei einem Doppelanschlag in Kabul vor knapp einem Jahr.

Ganz oben im Ranking der Pressefreiheit liegen Norwegen, Finnland und Schweden. Am unteren Ende der 180 aufgeführten Länder stehen Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan.