Autor
Oliver Neuroth
Oliver Neuroth, SWR3; Foto: SWR
Stand:

Schwere Unwetter sind erneut über Spanien hinweggezogen: In Katalonien waren am Wochenende rund 1.500 Haushalte ohne Strom – auf der Kanaren-Insel Teneriffa haben Riesenwellen Häuser schwer beschädigt. Videos im Internet zeigen dramatische Szenen.

Hotel Teneriffa; Foto: imago

Sechs Meter hoch prallten die Wellen an Häuserwände.

imago

Erst einmal ist es für eine Gruppe junger Leute in Garachico auf Teneriffa ein großer Spaß: Sie stehen an der Küstenstraße, immer wieder schlagen hohe Wellen über das Ufer und spritzen die Gruppe nass. Doch von jetzt auf gleich wird die Lage ernst: Eine Riesenwelle kommt rasend schnell auf die Jugendlichen zu, sie laufen in ein Haus. „Schnell, die Treppe rauf“, ruft einer und Sekunden später stehen die ersten Stufen unter Wasser.

Ein Anwohner erzählt, wie die Welle auf sein Haus prallte, das Wasser ins Erdgeschoss lief. Das Gebäude habe gewackelt wie ein Stück Papier im Wind.

Feuerwehr räumt 65 Wohnungen

Die Feuerwehr muss am Wochenende 65 Wohnungen im Nordwesten Teneriffas räumen und die Bewohner in Sicherheit bringen. Das Rote Kreuz richtet in Garachico eine Notunterkunft ein, sagt Sprecher Domingo Luis Martin: „In der Nacht auf Sonntag hat uns das Rathaus angerufen und um Hilfe gebeten. Die Küstenstraße stand schon unter Wasser und Häuser waren beschädigt.“

Das Wasser ist inzwischen wieder abgeflossen in Garachico, jetzt zeigen sich die Schäden: Möbelstücke, große Felsbrocken und Müll liegen auf der Küstenstraße verteilt.

Das Unwetter trifft fast die komplette Nordküste Teneriffas, auch den Urlaubsort Puerto de la Cruz. Ein Amateurvideo zeigt, wie in der Nähe von Tacoronte eine mindestens sechs Meter hohe Welle den zweiten Stock eines Wohnblocks erreicht und Balkone abreißt.

Du hast DNT aktiviert. Wir stellen die Verbindung zu YouTube erst her, wenn du dies erlaubst. Die Einwilligung ist freiwillig und gilt nur temporär. Mehr dazu findest du in unseren Datenschutzhinweisen.
Das Video bei YouTube ansehen.

Glücklicherweise halten sich zu diesem Zeitpunkt dort keine Menschen auf. Anders in einem Hotelrestaurant im Ferienort Costa de Adeje: Während des Abendessens am Samstagabend durchschlägt eine Welle die Fensterscheiben, verletzt wird niemand.

Du hast DNT aktiviert. Wir stellen die Verbindung zu YouTube erst her, wenn du dies erlaubst. Die Einwilligung ist freiwillig und gilt nur temporär. Mehr dazu findest du in unseren Datenschutzhinweisen.
Das Video bei YouTube ansehen.

Andere Kanaren-Inseln ebenso betroffen

Das Unwetter hatte sich auf dem Atlantik zusammengebraut. Zunächst traf es andere Kanaren-Inseln, allerdings weniger stark. Auf Gran Canaria stürzten Bäume um, auf Lanzarote mussten Flüge umgeleitet werden.

Weiterhin hat das spanische Festland mit Regen und Wind zu kämpfen: In der Region Katalonien traten zwei Flüsse über die Ufer, viele Landstraßen stehen unter Wasser. Die Bilder erinnern an die schweren Überschwemmungen auf Mallorca vor einem Monat. Etwa 1.500 Haushalte rund um Girona hatten keinen Strom.

Auch in Galizien, im Nordwesten Spaniens, kam es nach heftigen Gewittern zu Überflutungen. Eine 83-Jährige Frau starb in den Wassermassen.

Diesen Beitrag anhören:

Hohe Wellen vor Teneriffa; Foto: imago

Korrespondenten-Bericht Unwetter in Spanien: Riesenwellen reißen Balkone auf Teneriffa ab

Dauer
Autor
Oliver Neuroth
Autor
SWR3