Diese Nachricht schockt Millionen Rockfans weltweit: Tom Petty ist im Alter von 66 Jahren gestorben, der Sänger erlag einem Herzinfarkt. Ein Nachruf.

Tom Petty gehörte zu den renommiertesten und angesehensten US-Songwritern seiner Generation, der Anfang der 70er Jahre zusammen mit Bob Seger und Bruce Springsteen den neuen, amerikanischen Rock’n‘Roll prägte. Er erzählte in seinen Songs von Außenseitern, Rebellen und Flüchtlingen.

Regelmäßig oben in den Charts

Tom Petty; Foto: dpa
dpa

Seine Songs waren kleine, dramatische Meisterwerke, die seine Band The Heartbreakers mit Gitarrist und Songwriting-Partner Mike Campbell und Pianist Benmont Tench kongenial umsetzte: rockig, mit einer nötigen Portion Schmutz und trotzdem voller Gefühl.

Seiner berühmten Rickenbacker-Gitarre, die dem Band-Sound eine ganz eigene und unverwechselbare Note gab, hielt er ein Leben lang die Treue. Mit Hits wie „Refugee“, „Free Fallin‘“, „I Won't Back Down”, “Learning to Fly” oder “Mary Jane's Last Dance” war er in den 80er und 90er Jahren regelmäßig in den Top 20 der US-Billboard-Charts.

Insgesamt verkaufte Tom Petty solo und mit den Heartbreakers mehr als 80 Millionen Tonträger, gewann drei Grammys und wurde schon 2002 in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen. Seine erfolgreichsten Alben waren „Damn The Torpedoes“, „Full Moon Fever“, „Wildflowers“ und „Into The Great Wide Open“, alle erschienen in seiner kommerziell erfolgreichsten Phase von Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre. Legendär war sein Auftritt in der Halftime Show des Superbowls 2008.

Als er Elvis hörte, wollte er Musiker werden

Tom Petty wurde am 20. Oktober 1950 in Gainesville, Florida, geboren. Als er Elvis Presley hörte und die Beatles in der Ed Sullivan Show sah, war es um ihn geschehen. Er wollte Musiker werden, Songs schreiben und singen. Nach ersten Gehversuchen mit seiner Band Mudcrutch, gründete er 1976 die Heartbreakers und veröffentlichte mit ihnen bis heute 13 Alben, dazu kamen drei Solo-Alben. Gegen Ende seiner Karriere wurde Tom Pettys Sound immer bluesiger, die Chart-Erfolge wurden seltener, in seiner Heimat USA aber blieb er ein Super-Star mit einem nach wie vor loyalen Publikum.

Tom Petty und Band; Foto: dpa
dpa

Noch vergangene Woche hatte Tom Petty die Tour zum 40. Bühnenjubiläum seiner legendären Band The Heartbreakers beendet und wollte sich danach langsam zur Ruhe setzen. Bis zum Ende war er kreativ, interessiert an aktuellen musikalischen Trends und brachte in regelmäßigen Abständen neue Studio-Alben heraus, das letzte 2014 mit „Hypnotic Eye“.

Dazu war Tom Petty streitbar, kritisch und scheute sich nie, auch politisch seine Meinung zu äußern. Er war einer der wenigen US-Musiker, auf die sich fast alle, egal aus welchem politischen Lager einigen konnten.

Trauer bei seinen Kollegen

Bob Dylan, in den späten 80er und frühen 90er Jahren zusammen mit Tom Petty ehemaliges Bandmitglied der Supergroup Traveling Wilburys zeigte sich bestürzt über den Tod seines Freundes. Dylan lobte ihn als großen Songwriter, Performer und Bandleader. Nach Roy Orbison, George Harrison und Tom Petty ist er jetzt zusammen mit Jeff Lynne der letzte lebende Wilbury. Nun ist Tom Petty im Alter von 66 Jahren in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben.

Ein weiterer großer Musiker hat uns verlassen: „Into The Great Wide Open“…