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Tim Stobbe
Tim Stobbe, SWR3; Foto: SWR3
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Vom Außenseiter zum Retter des Weihnachtsfestes – und das bereits seit 80 Jahren: „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ hat an Weihnachten Geburtstag. Zu Weihnachten 1939 hielten Kinder das erste Mal das Malbuch über das Rentier in den Händen.

Eine lehrreiche Geschichte hat sich der amerikanische Anzeigentexter Robert Lewis May ausgedacht: Der arme Rudolph wird wegen seiner roten Nase von den anderen Rentieren geärgert. Doch in einer nebligen Weihnachtsnacht schlägt seine große Stunde. Mit seiner Nase leuchtet er dem Weihnachtsmann den Weg und rettet das Weihnachtsfest.

Traurige Motivation der Geschichte

May wollte mit der Geschichte von Rudolph seine vierjährige Tochter aufheitern. Das war wohl auch nötig: May selbst war depressiv, seine Frau lag krebskrank im Bett. Bereits ab Januar 1939 arbeitete er daher an der Geschichte von dem Rentier und verewigte sie in einem Malbuch. Seinen Arbeitgeber, eine Kaufhauskette in Chicago, musste er jedoch erst vom Design überzeugen. Sie befürchteten, dass Rudolph mit seiner rot-leuchtenden Nase als Alkoholiker missverstanden werden könnte.

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2,4 Millionen Exemplare im ersten Jahr verkauft

Die Kinder hatten da aber offenbar keine Bedenken. Im ersten Jahr gingen 2,4 Millionen Exemplare des Buches über die Ladentheken der USA. Erst zehn Jahre später wurde Rudolphs Geschichte in einem Weihnachtslied verewigt, das dann die ganze Welt erreichte. Mays Schwager schrieb den Song „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“, Sänger Gene Autry machte das Lied zum Welterfolg.

Ähnlich lang dauerte es übrigens, bis Autor May von diesem Erfolg profitierte. Anfangs hatte er für das Malbuch nur eine Pauschale erhalten. Erst 1947 erhielt er das Urheberrecht für Rudolph.