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Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
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Im Internet kursiert im Moment ein Bild, auf dem der britische Premierminister Johnson zusammen mit dem französischen Präsidenten Macron zu sehen ist. Der Aufreger: Johnson stellt darauf seinen Fuß auf einem Tischchen im Pariser Élyséepalast ab. Unerhört – oder? Das steckt hinter dem Bild!

Der britische Premierminister Boris Johnson ist momentan auf Staatsbesuch in Paris. Bei einem Treffen mit Frankreichs Präsident Macron ist dabei folgendes Bild entstanden:

Johnson bei Macron; Foto: Reuters
Reuters

Auf der Aufnahme sieht es so aus, als ob Johnson seinen Fuß entspannt auf dem Tischchen abstellt. Macron wirkt dagegen her empört und zeigt mit seinem Finger auf den Boden.

Viele Twitter-Nutzer sind entsetzt

Nicht unbedingt die feine englische Art – haben sich dabei viele Twitter-Nutzer gedacht und einen kleinen Shitstorm ausgelöst. An der britischen Elite-Schule Eton, die Johnson besucht hat, würden anscheinend keine Manieren gelehrt, kommentierte eine Nutzerin. Andere gaben dem Premier den Spitznamen „Boorish Johnson“ – „boorish“ wird mit flegelhaft übersetzt.

Ganz so war es aber nicht ...

Was sich im Internet schnell als absolute Frechheit verbreitete, war in Wirklichkeit wohl nur ein Scherz – der nicht zuletzt von Macron ausging. Auf einem Video ist zu sehen, wie Macron einen Witz über das Tischchen zu machen scheint. Dabei zeigt er auf die Schuhe Johnsons. Der nimmt seinen Fuß schließlich scherzhaft auf den Beistelltisch – lacht und stellt ihn wieder auf dem Boden ab. Dann lachen beide. Das ganze geht gerade mal ein paar Sekunden.

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In Sachen Brexit gab es eine Absage

Am Rande des „Tischchen-Gates“ kam es dann aber auch noch zu politischen Gesprächen der beiden Staatsmänner – auch wenn die eher unerfreulich für Johnson gewesen sein dürften: Der französische Präsident hat bei den Gesprächen einer Neuverhandlung des Brexit-Abkommens eine deutliche Absage erteilt. Zwar bestehe die Möglichkeit, Änderungen an der von Johnsons Vorgängerin Theresa May verhandelten Einigung vorzunehmen. Er betonte jedoch: Innerhalb eines Monats werde kein neues Austrittsabkommen gefunden werden, das sich von dem bereits bestehenden am 31. Oktober groß entferne.