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Im Magen des Tieres seien ein Elektroschlauch, Plastikteller, Einkaufstüten und eine Waschmittelverpackung gewesen, hat der WWF mitgeteilt. Und die Walkuh war wohl schwanger, Wissenschaftler fanden bei der Untersuchung einen toten Fötus.

Die Umweltschutzorganisation WWF hat in Sachen Plastik jetzt auch für das Mittelmeer Alarm geschlagen. Der acht Meter lange weibliche Pottwal war letzte Woche mit 22 Kilogramm Plastikmüll im Magen in der Nähe des Urlaubsortes Porto Cervo auf der italienischen Insel Sardinien gestrandet.

WWF: Plastik ist riesige Bedrohung für Meerestiere

Plastik aus dem Bauch eines toten Wals auf Sardinien; Foto: SEAME Sardinia Onlus

Plastik aus dem Bauch des toten Wals

SEAME Sardinia Onlus

Plastik sei eine der größten Bedrohungen für Meerestiere, so der WWF. In den vergangenen zwei Jahren seien an Plastikmüll im Meer mindestens fünf andere Wale weltweit verendet. „Es ist das erste Mal, dass wir es mit einem Tier mit so einer riesigen Menge an Müll zu tun gehabt haben“, sagte die Biologin Cinzia Centelleghe von der Universität Padua der italienischen Tageszeitung „La Stampa“.

Eine Untersuchung ergab, dass der Wal einen toten Fötus in sich hatte. Das Muttertier konnte wegen des Plastiks keine Tintenfische verdauen, wie Experten sagten. Das Plastik habe zwei Drittel des Magens gefüllt.

Das schmutzige Mittelmeer

Computersimulationen haben ergeben, dass das Mittelmeer zu einer der verschmutzten Regionen der Welt gehört, sagte Melanie Bergmann vom Alfred-Wegener-Institut in SWR3. Und daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Denn eine Lösung für das Plastikproblem in den Weltmeeren ist noch nicht in Sicht.

Man könne zwar den an der Wasseroberfläche schwimmenden Müll einsammeln, doch auch auf dem Meeresboden liegen Plastikteile herum, erklärte Bergmann. Das Einsammeln mit Netzen sei nur schwer möglich, da dabei auch immer Tiere mit gefangen werden.

SWR3-Audio: Beitrag anhören; Foto: SWR3.de

Nachrichten Melanie Bergmann: „Man muss mit dem Müll im Meer leben“

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Trauriger Rekord auf den Philippinen: 40 kg Plastik

Erst vor zwei Wochen war ein junger Wal auf den Philippinen gestrandet. Er hatte 40 Kilo Plastik im Bauch, in Form von 16 Reissäcken aus Kunststoff, 4 Säcken aus dem Bananenanbau und etlichen Einkaufstüten. Das Tier sei regelrecht verhungert, weil der ganze Müll seinen Magen gefüllt habe, sagten Experten.