Am Mittwoch hatte EU-Kommissionspräsident Juncker gesagt, dass er sich den Euro in allen EU-Staaten wünsche – also auch in ärmeren Ländern wie Ungarn oder Bulgarien. Bundesfinanzminister Schäuble hat am Abend in den Tagesthemen darauf reagiert und gemahnt, „es richtig zu machen“.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat den Vorschlag von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker begrüßt, allen EU-Ländern den Euro zu ermöglichen. Demnach sei es grundsätzlich gut, dass Juncker in dieser Frage Druck und Tempo mache.

„Die Voraussetzungen müssen erfüllt sein“

In den ARD-Tagesthemen riet er aber zur Vorsicht. Die Länder müssten zuerst in der Lage sein, mit einer stabilen Währung auszukommen, über die sie selber nicht mehr durch Abwertung entscheiden könnten. Als schlechtes Beispiel nannte Schäuble die finanziellen Probleme in Griechenland.

Euro, Schengen, Einwanderung

Juncker hatte am Mittwoch im EU-Parlament in Straßburg Vorschläge zur Umgestaltung der Europäischen Union gemacht. Neben dem Euro als Währung in allen EU-Staaten will er außerdem, dass alle EU-Länder der Schengen-Zone ohne Grenzkontrollen beitreten. Zudem soll die EU nach den Vorstellungen des Kommissionspräsidenten weiter wachsen. Einen baldigen Beitritt der Türkei sieht Juncker aber nicht.

Die EU-Kommission will außerdem neue Vorschläge für die legale Einwanderung nach Europa vorlegen. Europa sei keine Festung und dürfe es auch nicht werden, sagte Kommissionschef Juncker. Gleichzeitig kündigte er neue Vorschläge für eine schnellere Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern an.