Autor
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Alle schimpfen über Schlaglöcher. Ein 59-Jähriger im US-Staat Nebraska dürfte da in Zukunft heftig widersprechen – denn er hat eine tolle Geschichte zu erzählen.

Der Mann, dessen Name die Ärzte nicht nennen, war in keinem guten Zustand: rasender Puls, Druckgefühle in der Brust, Schwindel, Todesangst. Er habe eine Herzattacke gehabt, zitiert der US-Sender WXYZ, die Sanitäter aus der Stadt Gretna.

200 Herzschläge pro Minute

Auf der 20-minütigen Fahrt zum Krankenhaus wurde sein Zustand immer bedenklicher: Zwischendurch sei sein Herzschlag auf 200 Schläge pro Minute gestiegen, heißt es.

Zum Vergleich: Das Herz eines gesunden Erwachsenen schlägt 50 bis 100 Mal pro Minute, wenn er nicht gerade joggt oder vor einem Grizzly-Bären davonläuft. Herzattacken sind zudem von Herzinfarkten nicht sehr leicht zu unterscheiden. Ärzte sagen: Der Unterschied liegt im Schweregrad.

So war also der Zustand des Mannes, als der Krankenwagen mit Sirene und Blaulicht die Landstraße entlangraste. Die Straßen dort scheinen in keinem besseren Zustand zu sein, als viele Wege in Deutschland, wenn nach einem strengen Winter überall das Pflaster aufreißt.

Kann das überhaupt sein?

Eines der Schlaglöcher war wohl so groß, dass es die Ambulanz beim darüberfahren leicht anhob – und mit ihr den Patienten. Die Folge, die die Sanitäter sprachlos machte: Unmittelbar darauf normalisierte sich der Herzschlag des 59-Jährigen.

„Es ist ein seltenes, aber wohlbekanntes Phänomen“, zitiert WXYZ den Arzt Andrew Goldsweig aus dem Krankenhaus, das den Patienten schließlich aufnahm. Eine Art, den Herzschlag wieder einzupendeln, seien Elektroschocks – wie man es in Filmen sehe, allerdings nach einer gezielten Betäubung: „Elektroden auf die Brust, alle weg vom Patienten!“ – und Schock.“

„Scheint aber so, dass man das auch mit einem normalen Schlagloch hinbekommt“, sagt Goldsweig. Er gebe einen gut dokumentierten Fall aus den 70er Jahren, bei dem genau das Gleiche passiert sei.

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