Stand:

Mehrere Bürgermeister aus dem Kreis Karlsruhe rufen die Landesregierung in einem gemeinsamen Brief zum Handeln gegen die drohende Schnakeninvasion auf. Am Sonntag sind beide Hubschrauber der Mückenbekämpfer am Ober- und Mittelrhein ausgefallen.

Mehrere Bürgermeister aus dem Kreis Karlsruhe schlagen Alarm wegen der drohenden Schnakenplage am Rhein. Die Landesregierung müsse umgehend alle notwendigen Ressourcen bereitstellen, um das abzuwenden, schreiben die Bürgermeister von Graben-Neudorf, Philippsburg, Dettenheim und Linkenheim-Hochstetten in einem gemeinsamen Brief an den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne).

Bürgermeister schlagen Alarm

Es sei schnelle und unbürokratische Hilfe gefragt. Den Menschen am Oberrhein drohe sonst die schlimmste Schnakenplage seit Jahrzehnten, so die Bürgermeister. Weil zwei Hubschrauber der Schnakenbekämpfer kaputt sind, können die Schnakenlarven auf über 200 Hektar entlang des Rheins nicht effektiv genug abgetötet werden. Nach dem Ausfall ist die Bekämpfung der Stechmücken aktuell nur noch zu Fuß möglich.

Der FDP-Abgeordnete Christian Jung ging noch einen Schritt weiter und forderte Unterstützung durch die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk.

Mückenbekämpfer haben Hoffnung trotz defekter Hubschrauber

Ein Hubschrauber zur Bekämpfung der Schnaken war am Sonntag beim Befüllen mit Insektenbekämpfungsmittel in Flammen aufgegangen und völlig ausgebrannt. Der zweite Hubschrauber ist ebenfalls defekt. Deshalb ist es der Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (kurz: Kabs) derzeit nicht möglich, aus der Luft zu arbeiten.

Der wissenschaftliche Direktor der Kabs, Norbert Becker, sieht nun aber eine Lösung beim Problem der defekten Hubschrauber. Becker sagte der Rheinpfalz, möglicherweise könne aus den beiden defekten Hubschraubern ein einziger, funktionstüchtiger gebaut werden. Das habe die zuständige Firma angedeutet.

 Ein zur Insektenbekämpfung eingesetzter Hubschrauber ist auf der Insel Elisabethenwörth ausgebrannt.; Foto: picture alliance/FF Dettenheim/Einsatz-Report24/dpa

Einer der Hubschrauber zur Insektenbekämpfung ist auf der Insel Elisabethenwörth in Rheinland-Pfalz ausgebrannt.

picture alliance/FF Dettenheim/Einsatz-Report24/dpa

Bekämpfung vom Boden reicht nicht aus

Bis das wieder geht, kann es nach Angaben der Kabs Wochen dauern. Bis dahin müssten die Mückenbekämpfer ihre Einsätze vom Boden aus zu Fuß machen. So könne jedoch maximal die Hälfte der Schnaken abgetötet werden.

Ideale Bedingungen für Schnakenlarven

Die Aktionsgemeinschaft geht deshalb davon aus, dass es in den nächsten zwei Wochen eine Schnakenplage gibt. Die überfluteten Rheinauen bieten laut der Experten derzeit ideale Bedingungen für das massenweise Schlüpfen von Schnakenlaven.

Das Einsatzgebiet der Kabs reicht vom Kaiserstuhl bis nach Hessen im Norden und das rheinland-pfälzische Bingen im Westen.