Für mehr als 1,5 Millionen Schüler geht in Baden-Württemberg die Schule wieder los, außerdem für rund 120.000 Lehrkräfte. Das Schuljahr startet mit Neuerungen und voraussichtlich einigen Unterrichtsausfällen.

Grundschulen fehlen die Lehrkräfte

Bereits vor dem Start ins neue Schuljahr hatte es Kritik an der Landesregierung gegeben. Besonders an Grundschulen könnte der Lehrermangel in diesem Schuljahr ein echtes Problem werden. Denn jede vierte offene Grundschullehrerstelle blieb in diesem Jahr unbesetzt. Um den Mangel an Lehrern bis zum Winter in Schach zu halten, hat die Landesregierung die Einstellungsfrist über das Ende der Ferien hinaus verlängert.

Dennoch, zum Start könnte die ein oder andere Stunde ausfallen - auch bei den Erstklässlern. Knapp 100.000 Kinder werden am Montag oder in den kommenden Tagen in Baden-Württembergs Grundschulen eingeschult.

Landesweit wechseln gut 83.000 Schülerinnen und Schüler an eine weiterführende Schule. Die meisten Anmeldungen verzeichnen - wie schon im vergangen Jahr - mit knapp 37.000 die Gymnasien. Etwas dahinter liegen die Realschulen mit rund 29.000 Anmeldungen.

Neuer Fächer im Schuljahr 2017/18

Am Lehrplan ändert sich auch etwas: Wirtschaft startet jetzt als Regelfach in Klasse 7 in Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen. An Gymnasien soll das Fach erst ab kommendem Jahr unterrichtet werden. In "Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung", so der offizielle Name, geht es neben dem Berufswahlprozess der Schüler hauptsächlich um eine Art ökonomische Allgemeinbildung: beispielsweise um die Bedeutung des Sparens, um die Inflation oder auch um die die unterschiedlichen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Außerdem kommt Informatikunterricht neu dazu, allerdings nur an Gymnasien und erst ab der siebten Klasse. Vorgesehen ist ein einstündiger Pflichtkurs. Real-, Gemeinschafts- und Hauptschulen sollen ein Jahr später folgen. In dem Fach geht es unter anderem um den Umgang mit Algorithmen, Datensicherheit sowie Aufbau von Rechnern und Netzen. Informatik kann bereits an allen allgemeinbildenden Gymnasien in der Kursstufe als zweistündiges Fach belegt werden.

Ganztagesausbau - vor allem an Grundschulen

Ein weiteres großes Thema ist der Ausbau der Ganztagsschulen. Baden-Württemberg hinkt bei den Ganztagesangeboten seit Jahren im Bundesvergleich hinterher. Im Schuljahr 2016/17 besuchten insgesamt 24,9 (Vorjahr 22,8) Prozent der Schüler eine der knapp 2.000 Ganztagsschulen. Schwerpunkt im neuen Schuljahr sind die Grundschulen, von denen 52 weitere als Ganztagsschulen starten. Insgesamt kommen 66 Ganztagsangebote hinzu.

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