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Kerstin Welter
Kerstin Welter; Foto: Kerstin Welter
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19 Menschen verletzt, fast 200 Häuser beschädigt, Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz: am Freitagabend ist ein Tornado durch den Süden von Luxemburg gezogen. Dutzende Menschen mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. Auch in Süddeutschland hat es massiv gewittert.

Der Tornado zog eine Schneise von etwa sieben Kilometern durch den Südwesten von Luxemburg. Dabei wurden nach Angaben der luxemburgischen Regierung 19 Menschen verletzt, zwei davon schwer. Luxemburgs Arbeitsminister Dan Kersch sprach von einem „Katastrophenszenario“.

Schwere Unwetter: Tornado fegte durch Luxemburg; Foto: picture alliance/Harald Tittel/dpa

Der Tornado hat fast 200 Gebäude beschädigt oder abgedeckt. Die Aufräumarbeiten würden tagelang dauern, sagen die Behörden.

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Abgedeckte Häuser und Notunterkünfte für Bewohner

Besonders betroffen waren die Orte Petingen und Kaerjeng. Dort berichten die Behörden von rund 180 Häusern, die vom Tornado beschädigt oder abgedeckt wurden. Bei mindestens der Hälfte davon sei fraglich, ob sie noch bewohnbar seien. Die Polizei und Feuerwehr bekamen innerhalb weniger Minuten mehr als 1000 Notrufe, rund 60 Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden. Die Aufräumarbeiten laufen. Der Krisenstab warnt davor, sich den Häusern zu nähern, die beschädigt wurden, weil einige einsturzgefährdet sind.

Dass es sich um einen Tornado gehandelt hat, bestätigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) noch am Freitagabend – beweisen würden das auch die vielen Bilder und Videos, die in den sozialen Medien geteilt wurden. Darauf sind Gegenstände zu sehen, die durch die Luft wirbeln, unter Dachteilen begrabene Autos, umgeknickte Strommasten. Außerdem stürzten Bäume auf Straßen – auch die südliche Autobahn A13 war zeitweise blockiert. Der französische Wetterdienst Meteo 60 twitterte noch am Abend Bilder der Verwüstung.

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Schwere Gewitter auch in Süddeutschland

Auch auf deutscher Seite – im benachbarten Saarland, in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg – gab es schwere Unwetter. Die sorgten nicht nur für überflutete Straßen und umgestürzte Bäume, auch Spieler und Zuschauer beim DFB-Pokalspiel zwischen Sandhausen und Mönchengladbach brauchten Geduld: Die Flutlichtanlage war wegen des Gewitters ausgefallen, das Fußballspiel konnte erst 45 Minuten später beginnen.

Neuwied und Koblenz versanken kurzfristig in Regenmassen

In Rheinland-Pfalz waren besonders die Städte Neuwied und Koblenz von den Unwettern betroffen. Hier wurden Gullydeckel aufgeschwemmt und Straßen teils überflutet, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz sagte. Im Stadtteil Ehrenbreitstein habe das Wasser teils zehn Zentimeter hoch in den Straßen gestanden. Die Feuerwehr Neuwied wurde nach eigenen Angaben zu knapp 110 Einsätzen gerufen.

Tornado zieht durch Luxemburg - Schwere Gewitter auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz; Foto: picture alliance/Andreas Rosar/dpa

Durch einen Blitzeinschlag in der Nähe eines Fußballplatzes im Zollernalbkreis wurden 15 Spieler leicht verletzt

picture alliance/Andreas Rosar/dpa

Blitz schlägt bei Fußballtraining im Zollernalbkreis ein

Im Baden-Württemberg sind während der Gewitter 15 Fußballer leicht verletzt worden, als ein Blitz während des Trainings in der Nähe des Sportplatzes von Rosenfeld-Heiligenzimmern einschlug. Wie ein Polizeisprecher sagte, war einer der Spieler kurzzeitig bewusstlos. Ein Großaufgebot an Sanitätern kam zu dem Sportplatz und brachte die Fußballer vorsorglich ins Krankenhaus.