Stand:

Kurz vor dem Muttertag haben es Diebe auf Tausende streng geschützte Orchideen im Taubergießen abgesehen. Der Wert: Bis zu 300.000 Euro. Die Polizei sucht Zeugen.

Naturschutzgebiet Taubergießen; Foto: picture alliance / dpa

Riesiges Naturschutzgebiet: Das Taubergießen bei Kappel-Grafenhausen

picture alliance / dpa

Zwischen dem 1. und dem 5. Mai müssen die Diebe zugeschlagen haben. Die Polizei glaubt, dass es Zeugen geben könnte. Denn wenn so viele Orchideen geklaut werden, dann muss das doch jemandem auffallen. Mehr als 3.000 Knollen haben die Diebe ausgegraben, feinsäuberlich, vermutlich mit einem Spaten.

Dass es Wildschweine waren, das lasse sich nahezu ausschließen, sagt Karen Stürzel von der Polizei Offenburg. Es ist nicht das erste Mal, dass Orchideen aus dem Gebiet verschwinden. In den vergangenen Jahren seien immer wieder seltene Arten verschwunden, zum Beispiel die Riemenzunge oder die Pyramidenorchideen.

Riesige Fläche verwüstet

Die Schuld für das Verschwinden habe das Regierungspräsidium Freiburg immer wieder auf Wildschweine geschoben, zitiert Baden Online den Biologen Dietmar Keil. Jetzt sei das aber nicht mehr haltbar, dafür sei die Menge der verschwundenen Knollen zu hoch. Und auch die Spuren deuten auf Spaten hin, bestätigte die Polizei.

Die Knollen der Spinnen-Ragwurz und der Hummel-Ragwurz wurden auf einer Fläche von mehreren Hektar ausgegraben. Möglicherweise werden die Knollen weiterverkauft. Der Wert der geklauten Pflanzen liegt bei bis zu 300.000 Euro.

„Riesige Naturkatastrophe“

Die Polizei spricht von einer „noch nie dagewesenen Umweltstraftat“, da eine so große Menge an Pflanzen in der Region bisher nicht gestohlen wurde. Und auch Experten sprechen von einer Katastrophe, zum Beispiel der Naturschützer und Filmemacher Dietmar Keil.

Orchideen gestohlen; Foto: picture alliance / dpa

Nachrichten Orchideen gestohlen

Dauer

Hohe Belohnung ausgesetzt

Keils Ansicht nach könnte es bis zu 100 Jahre dauern, bis sich der Bestand der seltenen Orchideen wieder erholt hat. Mittlerweile ist eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise auf die Täter ausgesetzt.

Autor
Björn Widmann
Autor
SWR3