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Patrick Seibert
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Ein ehemaliger Pfadfinderbetreuer aus Staufen bei Freiburg ist wegen hundertfachem sexuellen Kindesmissbrauchs zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem hat das Landgericht Freiburg eine anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet.

Neuer Staufen-Missbrauchsprozess; Foto: picture alliance/Patrick Seeger/dpa

Muss Fußfesseln tragen: Der Angeklagte Christian L.

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Nach Überzeugung des Gerichts hat sich der 42 Jahre alte Mann von Januar 2010 bis August 2018 an vier Jungen vergangen.

Diese waren zum Zeitpunkt der Taten sieben bis 14 Jahre alt. Dafür wurde er zu acht Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Zusätzlich zur Haftstrafe soll der Mann an zwei der vier Opfer insgesamt 18.000 Euro Schmerzensgeld bezahlen.

Taten vor Gericht gestanden

Der ehemalige Leiter einer evangelischen Pfadfindergruppe in Staufen bei Freiburg habe die Taten vor Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestanden. Das sagte der Vorsitzende Richter.

Der Mann habe sich des Kindesmissbrauchs in 124 Fällen schuldig gemacht. Da von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe, sei Sicherungsverwahrung angeordnet worden.

Fast 20 Jahre Pfadfinderbetreuer

Der 42-Jährige war von 1999 bis 2011 mit drei Jahren Unterbrechung Gruppenleiter der evangelischen Pfadfindergruppe in Staufen. Dort habe er zwei der Opfer kennengelernt. Zu den beiden anderen Jungen habe er Kontakt über Freizeitaktivitäten sowie auf einem Campingplatz gehabt.

Ende Februar 2019 wurde der Mann von der Polizei festgenommen — seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Das jetzt gesprochene Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die am Prozess Beteiligten können Revision einlegen.


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Patrick Seibert
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Björn Widmann
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SWR3