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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Was Mikroplastik im Körper anrichtet? Niemand weiß es. Doch die Menge an Teilchen, die wir aufnehmen, ist beeindruckend. Und sie kommen auf Wegen, die die meisten von uns wohl nicht erwartet hätten.

Mikroplastik kommt überall in der Umwelt vor: im Meer, im Boden, in vielen Beauty-Produkten und auch in unserem Körper. Forscher aus Kanada haben herausgefunden, dass jeder Erwachsene im Jahr im Schnitt 74.000 bis 120.000 Plastikteilchen zu sich nimmt. Über das Wasser, das Essen und sogar beim Atmen. Denn Mikroplastik ist nicht nur in der Nahrungskette, sondern auch in der Luft.

Ältere Mikroplastik-Studien ausgewertet

In der kanadischen Studie wollten die Forscher zum ersten Mal klären, wie viel Mikroplastik wir Menschen ungefähr aufnehmen. Dabei haben sich die Wissenschaftler auf den Lebensstil eines Durchschnittsamerikaners konzentriert. Sie haben ältere Studien ausgewertet, in denen es darum ging, wie viele Plastikteilchen in Fischen, Zucker, Salz, Wasser und Bier vorkommen.

Weil wir aber auch Nahrung und Getränke zu uns nehmen, die bisher nicht untersucht wurde, hielten es die Forscher für wahrscheinlich, dass wir noch viel mehr Mikroplastik aufnehmen, als bisher bekannt.

Getränke aus Plastikflaschen meiden

Ob das Folgen für unsere Gesundheit hat, wissen die Forscher allerdings nicht. Fest steht: Wer weniger Mikroplastik zu sich nehmen will, sollte zum Beispiel Wasser aus Plastikflaschen meiden. Pro Jahr nehmen wir dadurch im Schnitt 90.000 Teilchen Mikroplastik zu uns.

SWR-Umweltexperte Werner Eckert hält die Zahlen für realistisch. Er gibt aber zu bedenken: „Bei dieser Studie geht es nur ums Aufnehmen der Plastikteilchen in den Körper.“ Was dort mit ihnen geschehe, wisse man nicht. Auch nicht, wie viel davon wieder ausgeschieden werde.