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Klimaaktivistin Greta Thunberg hat einen Weg gefunden, um doch noch an der nach Madrid verlegten Weltklimakonferenz teilnehmen zu können. Allerdings ist die Zeit für ihre Reise denkbar knapp.

Das Segelboot – die Reiseform der Zukunft? Wohl nicht. Doch für Schwedens bekannteste Aktivistin Greta Thunberg bietet sich das gerade wieder an. Sie will per Katamaran nach Spanien und dort zur Weltklimakonferenz nach Madrid kommen. Auf Instagram postete sie ein Bild der Crew, mit der sie nach Europa reisen werde.

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Spontaner zu reisen geht kaum. Noch am Mittwoch will Greta Thunberg aufbrechen. Und die Zeit ist trotzdem ganz schön knapp. Die UN-Klimakonferenz startet am 2. Dezember, bis dahin sind es noch knapp drei Wochen. Für ihre Hinreise auf dem Segelrennboot „Malizia II“ hatte Greta zwei Wochen gebraucht – unter guten Bedingungen.

Wegen verlegter Weltklimakonferenz geht's schon wieder zurück

Allerdings ist sie erneut mit erfahrenen Seglerinnen und Seglern unterwegs. Ihre Crew auf der „La Vagabonde“ sind das australische Youtuber-Paar Elayna Carausu und Riley Whitelum, die um die Welt segeln, sowie die englische Profi-Skipperin Nikki Henderson. „La Vagabonde“ ist knapp 15 Meter lang und wesentlich komfortabler als die „Malizia II“ – schon allein, weil es auf der Rückreise eine Toilette geben wird.

Dass Greta schon jetzt wieder Richtung Europa segeln wird, liegt an der verlegten Weltklimakonferenz. Ursprünglich sollte diese in Chile starten, doch aufgrund sozialer Unruhen wurde sie abgesagt. Spanien sprang daraufhin als Gastgeberland ein. Seitdem der neue Ort steht, hatte Greta Thunberg sich nach einer Möglichkeit umgesehen, über den Atlantik zu kommen. Eigentlich war Greta Thunbergs Mission hauptsächlich die Teilnahme an der Klimakonferenz in Chile.

Gretas Segel-Crew ist auch klimaschonend unterwegs

Fliegen schied als zu klimaschädlich aus. Damit blieb nur eine Überfahrt per Schiff. Auf einen Tweet von ihr, in dem sie um eine Mitfahrgelegenheit bat, hatte sich das australische Paar gemeldet. Dessen kleiner Sohn Lenny wird ebenfalls an Bord sein, genauso wie Gretas Papa Svante Thunberg. Der war im August auch schon mit in die USA gereist.

Greta Thunberg auf der „Malizia II“: Auch zurück nach Europa geht es für sie per Segelboot.; Foto: picture alliance/Craig Ruttle/AP/dpa

Greta Thunberg auf der „Malizia II“: Auch zurück nach Europa geht es für sie per Segelboot.

picture alliance/Craig Ruttle/AP/dpa

Riley Whitelum und Elayna Carausu dokumentieren ihre Segelreisen um die Welt auf Youtube und Instagram. Mit ihren Videos wollen sie nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, wie wichtig, aber auch wie kaputt unsere Ozeane sind. Sie wollen andere dazu inspirieren, alternative Lebensmöglichkeiten auszuprobieren.

Theoretisch möglich, nachhaltig zu reisen, praktisch eher nicht

Greta sagt, ihre erneute Segelreise solle zeigen, dass es zwar theoretisch möglich sei, nachhaltig von A nach B zu kommen, aber überhaupt nicht leicht.

„Indem ich segle, will ich noch mal die Tatsache unterstreichen, dass es in den heutigen Gesellschaften praktisch unmöglich ist, nachhaltig zu leben.“

Greta Thunberg

Ob sie pünktlich ankommen wird, ist fraglich, ihr jedoch auch nicht so wichtig. „Es sind unzählige andere Aktivistinnen und Aktivisten da, die dort sprechen werden und dieselbe Botschaft überbringen wie ich. Und es ist nicht so, dass meine Stimme unersetzbar ist.“

Autor
SWR3