Stand:

Wegen der Corona-Epidemie haben Restaurants, Bars und viele andere Geschäfte geschlossen. So geraten immer mehr Selbstständige und kleine Unternehmen in finanzielle Not. Auch Kurzarbeiter sind betroffen. Informationen zu finanziellen Hilfen und wie man sie beantragen kann.

Für Kleinunternehmen, Selbstständige, Freiberufler

Hilfsprogramm Corona: Soforthilfe von Bund und Ländern

Die Bundesregierung hat ein Hilfsprogramm aufgesetzt, um kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler in der Corona-Krise zu unterstützen. Dabei geht es um unbürokratisch zu gewährende Soforthilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Folgende Zuschüsse sind vorgesehen:

  • Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten:
    bis zu 9.000 Euro
  • Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten:
    bis zu 15.000 Euro
  • Selbstständige erhalten leichter Zugang zur Grundsicherung, damit Lebensunterhalt und Unterkunft gesichert sind. Die Vermögensprüfung wird für sechs Monate ausgesetzt, Leistungen sollen sehr schnell ausgezahlt werden

Voraussetzung sind „wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona“, die im Antrag versichert werden müssen. Die Betroffenen dürfen vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein, der Schaden muss nach dem 11. März 2020 eingetreten sein.

Einige Bundesländer haben eigene Programme aufgelegt, um schneller Hilfe leisten zu können – dazu zählen auch Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

SWR3-Corona-Ticker: Hier findest du aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus

So kannst du Hilfen beantragen

Das Wichtigste für Soforthilfe in Baden-Württemberg:

In Baden-Württemberg gilt die Soforthilfe für alle Selbstständigen und Unternehmen, die bis zu 50 Beschäftigte haben. Die Einteilung sieht ähnlich aus, wie bei den Soforthilfen des Bundes:

  • max. 9.000 Euro für drei Monate für antragsberechtigte Soloselbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten
  • max. 15.000 Euro für drei Monate für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten
  • max. 30.000 Euro für drei Monate für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten

Das Geld muss laut dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg nicht zurückgezahlt werden.

Der Antrag für die Soforthilfen kann direkt beim Wirtschaftsministerium runtergeladen werden. Man kann ihn zu Hause ausfüllen, Behördengänge sind dafür nicht nötig. Das ausgefüllte Formular wird dann eingescannt oder abfotografiert und kann auf der zentralen Webseite www.bw-soforthilfe.de hochgeladen werden. Von dort wird es an die Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer weitergeleitet.

Für Baden-Württemberg gilt, dass die Mittel aus dem Landesprogramm nicht zusätzlich zur Finanzierung des Bundes ausgezahlt werden. Das Land geht zur Auszahlung der Soforthilfen erst einmal an die eigenen Rücklagen, um möglichst schnell helfen zu können. Doch sobald der Bund das für Baden-Württemberg vorgesehene Geld freigibt, wird die Unterstützung davon ausbezahlt. Das Landesgeld soll dann für andere Zwecke eingesetzt werden.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hofmeister-Kraut (CDU) stellte zudem klar, dass die Soforthilfe ohne Prüfung des privaten Vermögens ausbezahlt wird.

So kannst du Hilfen beantragen

Das Wichtigste für Soforthilfe in Rheinland-Pfalz:

Auch Rheinland-Pfalz stellt Soforthilfen für Selbstständige und kleine Unternehmen zur Verfügung. Hier wird zusätzlich zu den Bundesmitteln der „Zukunftsfonds Starke Wirtschaft“ an den Start gebracht. Dabei handelt es sich um günstige Darlehen, die Betroffene beantragen können. So kommen folgende Soforthilfen zustande:

  • Selbstständige und Unternehmen bis zu 5 Beschäftigten: 
    bis zu 9.000 Euro Zuschuss aus dem Bundesprogramm
    bis zu 10.000 Euro Sofortdarlehen des Landes bei Bedarf
  • Unternehmen von 6 bis 10 Beschäftigten:
    bis zu 15.000 Euro Zuschuss aus dem Bundesprogramm
    bis zu 10.000 Euro Sofortdarlehen des Landes bei Bedarf
  • Unternehmen von 11 bis 30 Beschäftigten:
    Bis zu 30.000 Euro Sofortdarlehen des Landes zuzüglich einem Landes-Zuschuss über 30 Prozent der Darlehenssumme

Raus aus den Federn, schnell einen Kaffee gemacht und dann direkt an den Schreibtisch? Oder: Den Tag so starten, als ob man tatsächlich ins Büro gehen würde? Aber wie ist man zu Hause am produktivsten? Jobcoach Karin Lausch gibt Tipps für Homeoffice-Neulinge.

 mehr...

Die Anträge für den Bundeszuschuss können bei der Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz gestellt werden. Auf Anfrage teilte eine Pressesprecherin der ISB dem SWR mit, dass auch in Rheinland-Pfalz Privatvermögen nicht angerechnet wird. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Anträge und Unterlagen werden auf der Seite des Wirtschaftsministeriums zur Verfügung gestellt – und wegen großer Nachfrage unter anderem auch auf folgenden Seiten: IHK Pfalz, IHK Rheinhessen, IHK Koblenz, IHK Trier.

Das Darlehen des Landes kann laut dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium in Kürze bei der Hausbank beantragt werden. Das Programm hat eine Laufzeit von sechs Jahren und ist nach Angaben des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums bis Ende des Jahres 2021 zins- und tilgungsfrei.

Staatliche Förderbanken

Corona-Kredite der KfW

Abgesehen von den Soforthilfen können Betroffene auch Kredite bei den staatlichen Förderbanken beantragen. Der Antrag kann bei der Hausbank gestellt werden.

Alles Wichtige zu KfW-Krediten in der Corona-Krise

Beantragen können die Kredite alle Unternehmen, die bis 31. Dezember 2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren. Im Vergleich zu den von Bund und Ländern beschlossenen Soforthilfen, müssen die KfW-Darlehen in voller Höhe plus anfallender Zinsen zurückgezahlt werden.

Auch die Bundesländer haben Kreditprogramme gestartet. Auch hier ist die Hausbank der Ansprechpartner für alle, die Hilfe benötigen.

Kurzarbeit in Unternehmen

Anträge für Kurzarbeitergeld möglich

Viele Unternehmen haben wegen der Corona-Krise nicht genügend Arbeit für alle Angestellten. Deshalb kann Kurzarbeit beantragt werden. Die kurzfristig neu eingeführten Regeln für das Kurzarbeitergeld können rückwirkend ab 1. März beantragt werden.

Unternehmen können demnach bereits dann Kurzarbeitergeld beantragen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten im Betrieb von Arbeitsausfall betroffen sind – statt zuvor ein Drittel. Zudem werden Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeiträge, die sie auch bei Kurzarbeit zu zahlen haben, in voller Höhe erstattet. Die Regelung gilt auch für Leiharbeitnehmer.

Mehr Informationen zum Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur für Arbeit

Autor
SWR3