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Kerstin Welter
Kerstin Welter; Foto: Kerstin Welter
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Nach der Kollision von zwei Lastwagen auf der A3 beim Kreuz Bonn/Siegburg musste die Autobahn in Richtung Frankfurt am Freitag gesperrt werden. Die Rettungskräfte vor Ort mussten sich zunächst ärgern.

Die zwei Lkw waren am Donnerstagabend vor der Abfahrt Siebengebirge zusammengestoßen und umgekippt. Dabei verteilte sich die Ladung über die Fahrbahn. Die Polizei war mit den Bergungsarbeiten bis in den Nachmittag beschäftigt – es bildeten sich mehrere Kilometer Stau.

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Stand: 17.01.2020, 20:23 Uhr | aktualisieren

In dem Bereich fahren pro Tag nach Daten des Landesbetriebs Straßen.NRW im Schnitt mehr als 60.000 Fahrzeuge in Richtung Frankfurt.

Lkw kollidieren beim Überholen

Vor dem Unfall soll ersten Erkenntnissen zufolge einer der Lastwagen versucht haben, den anderen zu überholen. Dabei seien sie zusammengestoßen, einer der Lkw durchbrach dann eine an die Autobahn angrenzende Lärmschutzwand. Auf einer angrenzenden ICE-Strecke habe es daher kurzzeitig Verzögerungen gegeben, teilte die Deutsche Bahn mit.

Feuerwehrleute im Einsatz nach einem Unfall auf der A3 beim Kreuz Bonn/Siegburg; Foto: picture alliance/Ralf Klodt/dpa

Einer der am Unfall beteiligten Lkw hatte Pakete und Päckchen geladen – diese müssen gesichert werden.

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Beide Fahrer kamen in ein Krankenhaus. Nach ersten Einschätzungen hatten sie aber Glück und wurden nicht schwerer verletzt.

Weihnachtspakete über der Autobahn verteilt

Die Aufräumarbeiten dauern deswegen so lange an, weil einer der Lastwagen für einen Paketzusteller unterwegs und voll mit Paketen und Päckchen war. Die Ladung müsse zunächst sicher gestellt werden, das sei sehr aufwendig, sagte Feuerwehrsprecher Sascha Lienesch.

Nähere Angaben zur Höhe des Sachschadens und zur Unfallursache gab es zunächst nicht. Ein Fahrer habe unter Alkoholeinfluss gestanden.

Lkw-Unfall bei Bonn/Siegburg auf der A3: So müsste die Polizei eigentlich durch eine Rettungsgasse kommen; Foto: imago images / Arnulf Hettrich

Eine korrekte Rettungsgasse wird zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet. Auf der A3 hat das nach dem Lkw-Unfall nicht geklappt.

imago images / Arnulf Hettrich

Keine Rettungsgasse gebildet

Schwierig für die Rettungskräfte auch der Zugang zum Unfallort: Sie mussten etwa 300 Meter vor der Unfallstelle ihre Fahrzeuge verlassen und zu Fuß gehen, weil keine ausreichende Rettungsgasse gebildet worden sein.

Wären die Verletzungen der Fahrer lebensbedrohlich gewesen, so hätte die mangelhafte Rettungsgasse heute ein Menschenleben kosten können.

Sascha Lienesch, Freiwillige Feuerwehr Sankt Augustin

Als die Polizei den aufgestauten Verkehr an der Unfallstelle vorbeiführte, sei es zu unschönen Szenen gekommen: Viele Autos seien extra langsam an der Unfallstelle vorbeigefahren, um zu gaffen. Einige hätten sogar Fotos gemacht.