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Mit „Fake News Awards“ wollte US-Präsident Donald Trump mit den Medien abrechnen – letztendlich rechneten jedoch zwei Senatoren mit Trump ab.

Und der Fake News Gewinner ist .... ERROR

Die "Fake News Awards“ die Donald Trump an die Medien für „besonders falsche und unehrliche Berichterstattung“ verleihen wollte, waren viel Lärm um sehr wenig. Denn: Der erste Versuch, die höhnische Verleihung tatsächlich zu veröffentlichen scheiterte. Der Link, den der US-Präsident seiner Twitter-Nachricht hinzufügte funktionierte nicht.

Wer also nachsehen wollte, welches Medium denn nun aus Sicht des Präsidenten besonders unkorrekt berichtet habe, landete im digitalen Nichts. Die Seite sei nicht erreichbar, hieß es, man solle es bitte später probieren.

Das sind Trumps meist geächtete Medien

US-Medien berichteten dann unter Berufung auf das Weiße Haus über die Rangliste. Die wurde jeweils für einzelne Ereignisse einer Berichterstattung benannt, nicht für Medien generell.

Auf Platz eins landete Paul Krugman, Nobelpreisträger und Kolumnist der New York Times. Grund: Er habe behauptet, die US-Wirtschaft werde sich nie erholen, dabei boome sie extrem. Auf Platz zwei folgt ein Reporter des Senders ABC. Erst auf Platz drei landete der Sender CNN, das kam angesichts der innigen Feindschaft, mit der Trump CNN öffentlich verfolgt, für viele überraschend. Dafür wurde CNN dann aber mehrfach benannt. Platz vier ging an eine Berichterstattung des Time Magazine, der fünfte Rang an einen Bericht der Washington Post.

Ebenfalls überraschend: Wider Erwarten landete die New York Times, von Trump anhaltend beschimpft und fälschlich sinkender Auflagen bezichtigt – wenn auch regelmäßig gelesen – abgesehen von Kolumnist Krugman erst wieder auf Platz zehn.

Dann rudert Trump doch nochmal zurück

In einem zweiten Tweet rudert Trump dann zurück und fügt hinzu: „Trotz einer teilweise sehr korrupten und unredlichen Berichterstattung gibt es viele Reporter, die ich respektiere. Und es gibt viele gute Nachrichten für das amerikanische Volk, auf die man stolz sein kann.“

Senatoren schießen gegen Trump

Nicht nur Journalisten machten sich reihenweise über die Preisverleihung lustig, sondern auch Politiker von Trumps eigener Partei. Der US-Senator Jeff Flake nutze das Podium des Senats, um mit dem eigenen Präsidenten abzurechnen. So sagte er während seiner Rede:

Im Jahr 2017 wurde die Wahrheit – die objektive, empirische, nachweisliche Wahrheit – mehr missbraucht und in Mitleidenschaft gezogen als jemals zuvor in der Geschichte unseres Landes, verantwortet von der mächtigsten Persönlichkeit innerhalb unserer Regierung.“

Senator Jeff Flake

Der Senator aus Arizona ging hart mit Trumps permanenter Medienschelte ins Gericht. Die Medien als „Fake News“ und sogar als „Feinde des Volkes“ zu bezeichnen, sei eines
Präsidenten nicht würdig.

Und auch der zweite Senator von Arizona, John McCain, kritisierte Trump – ironischerweise – in einem Gastbeitrag für die Washington Post scharf. Trumps Verhalten diene Diktaturen in aller Welt als Vorbild.

Ob es Trump bewusst ist oder nicht, solche Schritte werden genau beobachtet von Politikern im Ausland, die seine Worte bereits als Deckmantel hernehmen, während sie eine wichtige Säule der Demokratie zum Schweigen bringen.“

Senator John McCain


Autor
Laura Bisch