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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Hockenheim war am Wochenende im Ed-Sheeran-Fieber: Knapp 200.000 sahen den Singer-Songwriter an beiden Tagen zusammen. Doch der Massenauflauf hatte seinen Preis: Vor allem am Samstag saßen bei der An- und Abreise viele stundenlang fest.

Mail ins SWR3-Studio: „Hallo Leute. Wir sitzen nun schon seit über einer Stunde im Auto auf dem Parkplatz Hockenheim. Könnt ihr uns zufällig sagen, wann hier mal was geht?“ – und das war nur der Anfang. Etliche Mails wie diese erreichen SWR3 in der Nacht auf Sonntag. 97.000 Leute waren beim Ed-Sheeran-Konzert, dem ersten von zweien. Das zweite fand am Sonntag statt.

Vor allem das Samstag-Konzert ist für die Fans musikalisch ein Hammer, organisationstechnisch dagegen ein Alptraum:

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„Stehen seit fast 2 Stunden auf dem Parkplatz“

Bereits bei der Anreise habe es endlose Wartezeiten gegeben. Manche hätten sogar frustriert kehrtgemacht, berichtet das Online-Magazin Regioactive. Nach dem Konzert aber wurde es für viele offenbar ganz übel.

Um 0:46 Uhr am Sonntagmorgen fragte „You can call me Su“, die offenbar noch auf dem Parkplatz stand: „Kommt ihr irgendwie an Infos? Im Namen aller hier anwesenden und langsam auch genervten An- und Abreisenden des mega geilen Ed-Sheeran-Konzerts. Grüße Susanne aus K.“

„T“ schrieb um 2:08 Uhr: „Was ist da los? Stehen seit fast 2 Stunden auf dem Parkplatz vom Ed-Sheeran-Konzert und nix bewegt sich????“

Polizeisprecher: Am zweiten Tag war alles besser

„Guten Abend zusammen“, hieß es bei Lena noch um 2:44 Uhr: „Wir waren beim Ed-Sheeran-Konzert und stehen immer noch irgendwo im Maisfeld im Stau.“

Dennis Häfner, Sprecher vom Polizeipräsidium Mannheim sagt am Montag im SWR3-Interview, mit ein bisschen Stau müsse man bei knapp 100.000 Besuchern schon rechnen. Vor allem aber seien viele Besucher zugleich angereist. Am Sonntag dann, dem Tag des zweiten Konzerts, habe sich die Lage deutlich verbessert. Da habe man vom Vortag gelernt und auf den Social Media erfolgreich darum gebeten, früh anzureisen. Auch bei der Abreise habe man das Gelände ungleich schneller leeren können:

Ab 18:30 Uhr gab es nur noch Bier

Und der Verkehr ist nicht der einzige Wermutstropfen: „Liebes SWR3-Team“, schreibt Anna Glenz: „Wir kommen gerade vom überragenden Ed-Sheeran-Konzert nach Hause, sind einerseits total überwältigt von diesem tollen Musiker, andererseits aber echt schockiert von der schlechten Organisation am Hockenheimring. Schon um 18:30 gingen im Innenraum die Getränke aus – bei rund 30 Grad gab es zuerst kein Wasser mehr, später auch keine antialkoholischen Getränke mehr, nur noch Bier...“.

SWR3-Redateuer Stefan Troendle über Wassermangel beim Konzert von Ed Sheeran; Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa

Nachrichten SWR3-Redakteur Stefan Troendle über Wassermangel beim Konzert von Ed Sheeran

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Später reagierte Sprecher Bernd Zerbin vom Veranstalter FKP Scorpio auf eine SWR3-Anfrage, weshalb das Trinkwasser ausgegangen sei. „Richtig ist, dass es durch das große Besucheraufkommen in Verbindung mit den hohen Temperaturen an einzelnen Getränkeständen im linken Bereich des Infields temporäre Engpässe beim Wassernachschub gab, die best- und schnellstmöglich behoben wurden“, schreibt Zerbin per Mail.

Er bestätigt aber, dass zeitweise trotzdem kein Wasser mehr vorrätig war. „Am überwiegenden Teil der 23 Getränkestände“ im Innenbereich seien jedoch Trinkwasser und andere Getränke vorhanden gewesen. Im rechten Teil des Innenbereichs sei demnach auch der Andrang an den Getränkeständen geringer gewesen. Die Umstände und Abläufe würden jetzt genau untersucht, um „eine ähnliche Situation“ in der Zukunft auszuschließen, schreibt Zerbin.

Im Netz kritisieren Userinnen und User die Organisation des Konzerts:

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Noch dramatischer sieht es SWR3-Hörer Werner Maier: „Ein Open-Air zum Abgewöhnen: Sehr viele Besucher, Ed Sheeran winzig auf der Bühne zu erahnen, extrem lange Fußwege zum Innenraum, etliche eingebaute Flaschenhälse auf den Wegen, ein insuffizientes Sicherheitskonzept - ein Glück, dass keine Panik gab - es hätte aber durchaus ein zweites Duisburg passieren können.“

Das twittert auch „Rosa Navarrete“:

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Zumindest die Polizei will sich, was den Verkehr angeht, nächstes Mal besser aufstellen, verspricht Häfner im SWR3-Interview: „Man kann immer etwas besser machen.“

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