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Ein Zitat von Ex-Handball-Profi Stefan Kretzschmar wird in Sozialen Netzen gerade heftig diskutiert. Profisportler hätten heute keine echte Meinungsfreiheit mehr, sagte Kretzschmar. Was steckt dahinter?

Ex-Handball-Profi Stefan Kretzschmar war schon in seiner aktiven Zeit bekannt dafür, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt, seine Meinung öffentlich äußert und diese auch konsequent vertritt. Damit stach er aus der Masse heraus. In Interviews von t-online.de und WDR 5 sagte Kretzschmar vergangene Woche, dass das heute so nicht mehr möglich sei.

Was hat Kretzschmar gesagt?

Ein Zitat von Kretzschmar aus den Interviews wird gerade intensiv diskutiert:

„Na klar haben wir heute in Deutschland Meinungsfreiheit in dem Sinne, dass niemand für eine systemkritische Meinung ins Gefängnis muss. Aber wenn man eine systemkritische Meinung hat, dann haben wir diese Meinungsfreiheit nicht, wenn sich ein Mensch in ökonomischen Abhängigkeiten befindet. Also, wenn ich einen Arbeitsvertrag, einen Werbevertrag habe oder in einer Mannschaft spiele.“ – Stefan Kretzschmar bei WDR 5

Der Einfluss von Social Media

Kretzschmar begründet das damit, dass man in einem solchen Fall fürchten muss, dass der Werbepartner den Vertrag kündigen könnte oder Arbeitgeber und Mannschaft das nicht gut finden würden.

Kretzschmar meint offensichtlich Profi-Sportler. Das geht auch aus den Fragen davor hervor. Das ganze Interview von WDR 5 ist hier online. Als Grund für diese Entwicklung nennt Kretzschmar die Sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co.

Überall Smartphones

Früher seien Zeitungen die wichtigen Medien gewesen, heute seien es Soziale Netzwerke, sagte er. Damals sei es beispielsweise die größte Hürde gewesen, im Teamhotel am Trainer vorbei zu kommen, um abends noch heimlich in einen Club zu gehen.

Heute fingen die Probleme dort erst an, sagte Kretzschmar. Jeder habe ein Smartphone, überall würden von ihm als Profi-Sportler Fotos gemacht: „Diese Entwicklung von Social Media, aus dem Sportler den gläsernen Menschen zu machen, macht Sportler zu Menschen, die keine Position mehr beziehen, die keine Meinung mehr haben wollen, weil sie den Shitstorm nicht mehr ernten wollen.“

Warum sich Kretzschmar nicht mehr politisch äußert

Kretzschmar selbst habe sich aus diesen Gründen schon seit mehreren Jahren auf seinen Social-Media-Kanälen nicht mehr politisch geäußert. In den 90er Jahren sei das noch anders gewesen. Da hätte man noch „Parolen raushauen“ und sich politisch engagieren können. „Da wurde dann zwei Wochen über dich geschrieben und dann war es vorbei“, sagte Kretzschmar.

Seine Aussage – vor allem das obengenannte Zitat – werden nun unter anderem bei Twitter intensiv diskutiert. Von rechten Accounts wird es genutzt – als Beleg für die eigenen Theorien. Andere sehen Kretzschmar, der in seiner Jugend in der linken Szene aktiv war, nun nach rechts gerückt:

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Autor
Mario Demuth
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SWR3