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Ein durchschnittlicher Arbeitnehmerhaushalt muss dieses Jahr 53,7 Prozent seines Einkommens an den Staat abführen. Gerechnet auf das Jahr ist das am Montagabend geschafft. Ein Grund zum Feiern? Nein, sagen Kritiker.

Um 21.56 Uhr ist es soweit – ab dann ist das Geld, das wir verdienen, laut dem Steuerzahlerbund für uns. Der Verband nennt diesen Stichtag den Steuerzahlergedenktag.

Steuerzahlergedenktag – Drei Tage früher als 2018

Natürlich ist das Ganze nur ein Rechenbeispiel und niemand wird ab Montagabend mehr Geld auf dem Konto haben. Aber: Wenn man die Jahresabgaben auf das Jahreseinkommen umlegt, haben laut der Interessensgemeinschaft alle Steuer- und Beitragszahler bisher in diesem Jahr nur für den Staat gearbeitet.

Im vergangenen Jahr war der Gedenktag drei Tage später. Grund für den früheren Stichtag sind dem Bericht nach Entlastungen, die zum Jahreswechsel eingeführt wurden.

Singles müssen noch warten

Nach Angaben des Steuerzahlerbundes haben es am Montagabend allerdings noch nicht alle geschafft. Ihrer Rechnung nach müssen deutsche Singles durchschnittlich 55 Prozent ihres Einkommens abführen. Ihr Steuerzahlergedenktag ist deshalb auch etwas später – am Freitag den 19.Juli.

Mit dem Gedenktag will der Steuerzahlerbund deutlich machen, wie viel Geld jeder pro Jahr an den Staat abführt. Die Interessengemeinschaft rechnet mit Steuern und Sozialabgaben.

Kritik an Berechnungsgrundlage

Doch es gibt auch Kritik an dem sogenannten Steuerzahlergedenktag. Es wird angemerkt, dass der Staat sich das Geld, dass Steuerzahler abführen, nicht einsteckt. Damit würden viele Dinge wie Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Bildung und Sicherheit finanziert. Die Kritiker sagen, so wie es der Steuerzahlerbund darstelle – also dass die Bürger nur für den Staat arbeiten würden – stimme es also nicht.