Stand:

Die Stiftung Warentest warnt vor Fake-Tests im Internet. Dort gebe es zur Zeit immer mehr Tests, die sich zwar auf die Stiftung berufen – so aber nie von ihr gemacht wurden. So erkennen Nutzer die Fake-Tests!

Wie die Stiftung in ihrer Test-Ausgabe schreibt, wird auf Portalen im Netz über angebliche Tests berichtet, die die Stiftung so nie gemacht hat. Wer auf unseriöse Portale und falsche Testurteile vertraue, könne sich dabei sogar schaden, so die Stiftung weiter.

Ein Beispiel: Ein mit Schadstoffen belasteter Kinderwagen bekam von der Stiftung Warentest das Qualitätsurteil „mangelhaft“ – ein Vergleichsportal pries ihn aber mit der Behauptung an, er entspreche „rundum den Empfehlungen der Stiftung Warentest“.

Dabei wird es den Betreibern dieser Seiten relativ einfach gemacht:

Praktisch kann jeder so eine Fake-Test-Seite ins Netz stellen und deshalb ist es auch so ein Problem. Jeder kann eine Webseite bauen, sich bei den Händlern als Partner anmelden und sobald jemand auf diesen Link klickt und das Produkt dann auch dort beim Händler kauft, kassiert dieser Fake-Testseiten-Betreiber eine Provision.

Sandra Schwarz - Stiftung Warentest


Wie kann ich Fake-Tests erkennen?

1. Nur gute Bewertungen: Weil die falschen Tests die Leser dazu bewegen wollen, Links zu klicken um dort bestimmte Produkte zu kaufen, finden sich dort häufig durchweg positive Bewertungen. Das sollte Nutzer alarmieren und könnte auf die Masche eines Fake-Tests hinweisen.

2. Die Fotos sind identisch mit denen des Online-Shops: Werden überwiegend die selben Bilder verwendet, die auch der Online-Händler im weiterführenden Link benutzt, weißt das darauf hin, dass Anbieter und Fake-Tester zusammenarbeiten. Glaubwürdiger sind laut der Stiftung Warentest Bilder, die das Produkt in einer unbeschönten Testsituation zeigen.

3. Der Link zur Verkaufswebseite ist sehr präsent: Tests, bei denen Links zum Online-Händler extrem im Vordergrund zu stehen scheinen – zum Beispiel indem sie mit Signalfarben unterlegt oder besonders gefettet sind – sollten besonders kritisch beäugt werden. Solche besonders deutlichen Verweise können darauf hinweisen, dass die Betreiber der Fake-Testseite vom Händler Provision bekommen.

4. Es gibt keine Beschreibung des Tests: Ein Indiz dafür, dass die vorliegende Test-Seite gar nichts wirklich getestet hat, sondern nur Werbung macht, kann auch sein, dass sie keine Beschreibung über den angeblichen Test vorlegt. Seriöse Test-Unternehmen erläutern und veröffentlichen ihre Tests dagegen und geben damit einen Einblick, wie die Bewertung zustande kommt.

5. Es gibt kein Impressum oder einen Verweis ins Ausland: Wie bei anderen Webseiten ist auch hier ein glaubwürdiges Impressum ein guter Gesichtspunkt, an dem Nutzer erkennen können, ob ein Anbieter seriös ist. Wenn es entweder gar kein Impressum oder eines gibt, dass auf eine Adresse ins Ausland hinweist, sollten Nutzer deshalb stutzig werden. Außerdem fehlt solchen Test-Webseiten oft eine Datenschutzerklärung.

SWR3-Audio: Beitrag anhören; Foto: SWR3.de

Stiftung Warentest kämpf gegen Fake-Seiten Interview: Fake-Test-Seiten erkennen

Dauer
Autor
SWR3