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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Weil er Geld aus seiner Stiftung missbraucht hat, muss Trump zwei Millionen Dollar zahlen. Und dann ist da noch die Sache mit einem neuen Enthüllungsbuch, dass das Weiße Haus in Aufregung versetzt.

Der Präsidentschaftswahlkampf vor drei Jahren ist immer wieder Thema in den USA. Jetzt musste sich sogar ein Gericht mit dem Thema befassen – und hat den US-Präsidenten zu einer saftigen Geldstrafe verdonnert. Darüber beschwerte sich der Präsident per Twitter.

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Trump habe gegen seine treuhänderischen Pflichten gegenüber der Stiftung verstoßen, erklärte die New Yorker Richterin Saliann Scarpulla bei der Urteilsbegründung. Er hatte seiner Wahlkampftruppe erlaubt, eine Benefizveranstaltung für Veteranen zu planen. Das Problem: Die Veranstaltung der Stiftung sollte Trumps politische Kampagne stärken.

Trump gibt Missbrauch von Geldern zu

Das ist nach US-Recht aber verboten. Trump wurde vorgeworfen, Vermögen der Stiftung dafür verwendet zu haben, seine Präsidentschaftskandidatur zu stärken und geschäftliche Streitigkeiten beizulegen. Die Anklage hatte gefordert, dass Trump deswegen 2,8 Millionen Dollar Strafe bezahlen solle.

Außerdem hat Richterin Scarpulla eine Vereinbarung aus dem Oktober unterzeichnet. Damals hatten sich Trumps Anwälte und die Staatsanwaltschaft darauf geeinigt, die Trump Foundation aufzulösen und das verbleibende Geld in Höhe von 1,7 Millionen Dollar auf andere Non-Profit-Organisationen zu verteilen.

In der Vereinbarung gibt Trump sogar zu, dass er persönlich Stiftungsgelder missbraucht hat und stimmt zu, mehr als 11.500 Dollar zurückzuzahlen. Die hat er bei einer Sport-Gala für Champagner und Fan-Devotionalien ausgegeben.

Neues Enthüllungsbuch diskreditiert Trump

US-Präsident Donald Trump; Foto: picture alliance/Patrick Semansky/AP/dpa

Ein neues Enthüllungsbuch über die Trump-Administration sorgt für schlechte Stimmung im Weißen Haus

picture alliance/Patrick Semansky/AP/dpa

Als ob das nicht schon genug Ärger wäre. Dann kommt auch noch ein angeblicher hochrangiger Mitarbeiter mit einem neuen Enthüllungsbuch um die Ecke. Das sorgt schon vor der Veröffentlichung zurzeit für mächtig Wirbel im Weißen Haus.

Der anonyme Autor hatte schon im vergangenen Sommer mit einem Gastbeitrag in der New York Times für Aufregung gesorgt. Er beschrieb, wie er und andere Regierungsmitarbeiter versuchten, Trumps Politik zu hintertreiben.

Regierungssprecherin Stephanie Grisham nannte den Autor des Werks einen „Feigling“. Seinen Namen wolle er nur nicht nennen, weil sein Buch „nichts als Lügen“ biete, ärgerte sich Grisham. Reporter sollten das Buch als das besprechen, was es sei – „ein Werk der Fiktion.“

Trump wirkt „wie ein 12-Jähriger“

Der Autor schreibt, die USA werden regiert von einem Mann, der von einer selbstverschuldeten Krise in die nächste stolpere – und dabei „wirkt, wie ein 12-Jähriger im Tower eines Flughafens, der wahllos die Knöpfe der Regierung drückt, gleichgültig gegenüber den Flugzeugen die über die Startbahnen schlittern und den Flügen die verzweifelt versuchen, vom Flughafen abzudrehen“.

Die Washington Post hat die Zitate aus dem Buch „A Warning“ jetzt veröffentlicht. Im Buch wird Trump als sprunghaft, inkompetent und ungeeignet für das Amt des Oberkommandierenden beschrieben.

Hinter den Kulissen äußere sich der Präsident rassistisch und frauenfeindlich. Er „strauchelt, beleidigt, ist verwirrt, schnell gereizt und hat Mühe, Informationen zu verarbeiten“, heißt es weiter.

Autor beschreibt Trump als „verwirrt“

Der Autor beschreibt hochrangige Beamte, die am Morgen „in einer ausgewachsenen Panik“ über die wilden Äußerungen des Präsidenten auf Twitter aufwachen. „Es ist, als ob Sie bei Tagesanbruch im Pflegeheim auftauchen und feststellen, dass Ihr älterer Onkel ohne Hosen über den Hof läuft und laut über das Essen in der Cafeteria flucht, während besorgte Angestellte versuchen, ihn zu fangen“, schreibt der Autor.

„Du bist gleichzeitig fassungslos, amüsiert und verlegen. Nur dein Onkel würde es wahrscheinlich nicht jeden Tag tun, seine Worte werden nicht öffentlich verbreitet und er muss die US-Regierung nicht anführen, wenn er erst einmal die Hosen angezogen hat.“

Am 19. November soll das Buch in den US-Handel kommen – sehr zum Missfallen des Präsidenten.

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