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„Dieser Inhalt ist in Ihrem Land nicht verfügbar“ – diese Anzeige von Streaming-Diensten kann bei Serien-Junkies oder eingefleischten Fußballfans ganz schön auf die Urlaubsstimmung drücken. Wer ins EU-Ausland fährt, aber in Deutschland für ein Abo zahlt, dem bleibt das jetzt erspart.

Kostenpflichtige Streaming-Dienste wie Netflix, Sky Go oder Amazon Prime dürfen ihre Abos im EU-Ausland nicht mehr Geoblocken, sondern müssen dort das selbe Angebot bereitstellen wie in Deutschland. Ohne Extrakosten. Eine neue EU-Regelung zwingt die Firmen dazu: die Portabilitäts-Verordnung. Gültig ist sie ab heute.

Kreditkarten-Daten sollen Wohnsitz verraten

Ähnlich wie bei den neuen Regeln zum Daten-Roaming gibt es aber Einschränkungen: Entscheidend ist, dass sich die Nutzer der Streaming-Dienste nur vorübergehend in den anderen EU-Ländern aufhalten.

Dass jemand mit Wohnsitz in Deutschland in einem anderen Land ein günstiges Abo abschließt, das soll auch weiterhin nicht gehen. Um herauszufinden, ob ein Nutzer im Ausland wohnt oder dort nur Urlaub macht, könnten beispielsweise Kreditkarten-Daten benutzt werden, sagen die Anbieter.

Juristisch wird getrickst

Wirklich grenzenlos funktionieren kostenpflichtige Streaming-Dienste also in der EU noch nicht. Verbraucherschützer kritisieren das. Die Streaming-Anbieter argumentieren, dass das Urheberrecht im Weg steht.

Lizenzen für Serien oder Filme werden für jedes Land einzeln vermarktet. Um die neue EU-Verordnung umzusetzen tut man einfach so, als würde der Nutzer nicht im Ausland, sondern in seinem Heimatland auf einen Dienst zugreifen. Man umgeht das nationale Urheberrecht.

Bei kostenlosen Diensten ändert sich nichts

Wer einen kostenlosen Streaming-Dienst nutzt, zum Beispiel die Mediatheken von ARD und ZDF, der muss allerdings auch künftig damit rechnen, dass der Dienst im Ausland geblockt werden könnte.


Autor
Christine Veenstra
Autor
SWR3