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Wer durch das Angebot der Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime geht, stellt schnell fest: Die meisten Filme und Serien sind US-amerikanische Produktionen. Das soll sich durch neue EU-Regeln ändern. Zudem haben die EU-Staaten strengeren Jugendschutz beschlossen.

Für Video-Plattformen wie Youtube oder Netflix gelten in der EU bald strengere Jugendschutz-Regeln. Das EU-Parlament hatte die neue Richtlinie schon verabschiedet, jetzt haben auch die EU-Staaten zugestimmt.

Die einzelnen Länder haben jetzt knapp zwei Jahre Zeit, um die eigenen Gesetze der neuen Richtlinie anzupassen. In Deutschland gilt das Jugendschutzgesetz derzeit nur für klassische Medien wie Fernsehen oder Radio. Jetzt soll es auf Online-Angebote ausgeweitet werden. Die Plattformen müssen künftig zum Beispiel schneller reagieren, wenn User gefährliche Videos melden. Außerdem müssen sie Kinder und Jugendliche vor schädlicher Werbung schützen.

Staaten beschließen Quote

Außerdem haben die Abgeordneten der EU-Staaten beschlossen, dass 30 Prozent der Inhalte von Video-on-Demand-Plattformen wie Netflix und Amazon Prime europäische Produktionen sein müssen. So soll die europäische Film- und Fernsehbranche unterstützt und gefördert werden.

Sollte diese Quote nicht erfüllt werden, kann der Anbieter auch direkt an die europäischen Filmförderungen zahlen. „Die Höhe des Beitrags in jedem Land sollte im Verhältnis zu den entsprechenden Einnahmen dort stehen“, heißt es auf der Website des Europäischen Parlaments.

Anders als bei den strengeren Jugendschutzregeln werden die Nutzer davon aber eher wenig merken. Mit immer mehr europäischen Produktionen dürften die meisten Anbieter diese Quote bereits erfüllen, auch zahlen sie bereits an die Filmförderungen.

Autor
Tim Stobbe
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Laura Bisch
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SWR3