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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic, SWR3; Foto: SWR
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Nach dem massiven Stromausfall in Argentinien und Uruguay fließt die Energieversorgung in den größten Teilen der Länder wieder. Millionen Menschen waren von dem Ausfall betroffen: U-Bahnen und Züge wurden gestoppt, die Wasserversorgung funktionierte nicht richtig. Kann ein Stromausfall in diesem Ausmaß auch in Deutschland passieren?

Blackout-Experte Herbert Saurugg ist sich sicher: Auch in Deutschland kann der Strom ausfallen. Gründe seien die zunehmende Komplexität durch die Digitalisierung und Cyber-Angriffe.

Auch die Strommärkte könnten durch ihre Größe zum Chaos beitragen. Der Grund: Für die bestehende Infrastruktur seien die Strommengen teilweise zu groß. Das System sei jüngst bereits mehrfach an seine Grenzen gekommen, so Saurugg. Einen Grund sieht der Experte auch in der Energiewende: Sonnen- und Windenergie sind nicht permanent verfügbar.

Wenn es einen Stromausfall gäbe, dann könne es auf europäischer Ebene mehr als eine Woche dauern, bis die Versorgung wieder funktioniere. Das größte Problem dabei: „Wir sind nicht auf eine Unterbrechung der Versorgungs-Infrastrukturen vorbereitet.“

Im Interview erklärt Experte Saurugg, warum der Markt „stärker an die Kandare genommen“ werden müsse:

Was tun gegen einen möglichen Blackout?; Foto: SWR3.de

Nachrichten Was tun gegen einen möglichen Blackout?

Dauer

Was ist in Südamerika passiert?

Am Sonntag um 7.07 Uhr Ortszeit hatte der Blackout in Argentinien und Uruguay begonnen – gut 50 Minuten vor Sonnenaufgang. Auf der Südhalbkugel der Erde beginnt gerade der Winter, in den südamerikanischen Ländern wird zum Teil auch mit Strom geheizt. In Argentinien und Uruguay leben zusammen etwa 48 Millionen Menschen.

Züge und U-Bahnen in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires mussten abrupt gestoppt werden und konnten erst am Sonntagabend wieder fahren. Die Verkehrsampeln fielen aus, die meisten Krankenhäuser mussten sich über Generatoren versorgen. Die Wasserversorgung funktionierte nicht richtig.

In mehreren Provinzen des Landes fanden trotz des Stromausfalls Wahlen statt. Die Wähler mussten ihre Stimme zum Teil im Schein von Kerzen und Taschenlampen abgeben. Auf Twitter zogen einige Menschen Vergleiche zu Venezuela – in dem Krisenland kam es in der jüngsten Zeit immer wieder zu Stromausfällen. Betroffene in Argentinien äußerten sich unter dem Hashtag „SinLuz“ (Ohne Licht) zu der Situation.

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Warum gab es einen Stromausfall?

In den sozialen Netzwerken machten Gerüchte über Sabotageakte die Runde. Laut ARD-Korrespondent Ivo Marusczyk dürfte die Ursache viel einfacher sein: Unwetter hatten eine Leitung im Norden des Landes an der Grenze zu Paraguay beschädigt. Dieser Ausfall einer der wichtigsten Stromtrassen brachte das gesamte Hochspannungsnetz des Landes aus dem Gleichgewicht, so die offizielle Erklärung des Staatssekretariats für Energie.

Argentinien und Uruguay sind über das gemeinsame Kraftwerk Salto Grande verbunden. Es befindet sich 350 Kilometer nördlich von Buenos Aires.

Wie ist die Situation jetzt?

Mittlerweile funktioniert die Elektrizitätsversorgung in Argentinien und Uruguay wieder nahezu flächendeckend. Die beiden Länder waren bis zu 15 Stunden lang von der massiven Störung betroffen gewesen.