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Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
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Die meisten ostdeutschen Regionen liegen in vielen Bereichen zurück – und das 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Das zeigt der Teilhabeatlas des Berlin-Instituts und der Wüstenrot-Stiftung. Aber auch ländliche Gebiete im Südwesten kämpfen mit mangelnder Infrastruktur.

Einige westdeutsche Städte fallen ebenfalls zurück – vor allem im Ruhrgebiet, aber auch im Südwesten von Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In der Studie wurde untersucht, welche gesellschaftlichen Teilhabechancen die 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte ihren Bewohnern bieten.

Indikatoren sind unter anderem: Einkommen, Internet, Ärzte

Gemessen wurden die Lebensverhältnisse anhand einer Reihe von Indikatoren wie der Quote von Sozialleistungsempfängern, der Höhe der Einkommen, der Verfügbarkeit schneller Internetzugänge und der Erreichbarkeit von Ärzten, Supermärkten und weiteren alltäglichen Dienstleistungen. Das Ergebnis zeigt, dass die Teilhabechancen in ländlichen Regionen des Südens oft besser sind als in manchem Ballungsraum im Norden – wie etwa Berlin.

„Deutlich erkennbar wird, wie wichtig eine differenzierte, diese Unterschiede aufgreifende Handlungsstrategie ist, gerade auch in der Politik“, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer der Wüstenrot-Stiftung, Stefan Krämer.

Menschen schätzen Bedingungen realistisch ein

Die Macher der Studie besuchten auch ausgewählte Regionen, um die gefühlten Teilhabechancen mit den erhobenen Daten abzugleichen. „In den Gesprächen zeigte sich, dass die Menschen ihre Lebensbedingungen weitgehend realistisch einschätzen“, sagte Manuel Slupina, Mitautor der Studie.

Je nach Wohnort hätten die Menschen auch andere Erwartungen an ihr Umfeld, fügte Slupina hinzu. Die befragten Landbewohner seien sich meist des Nachteils bewusst, dass sie zum Arbeiten pendeln müssten und für manche Erledigungen auf die nächste größere Stadt angewiesen seien. „Trotzdem äußerten sie, dass sie gern dort leben.“

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