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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Ein schwerer Wintersturm hat im Osten Spaniens mindestens 13 Menschen getötet – viele werden noch vermisst. In vielen Orten stehen Straßen unter Wasser und Strandpromenaden sind verwüstet.

Schwere Unwetter in Spanien; Foto: picture alliance/Emilio Morenatti/AP/dpa

In der katalanischen Stadt Girona stehen viele Straßen seit Tagen unter Wasser.

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Seit Tagen kämpfen die Menschen in Katalonien gegen die Folgen von Sturm „Gloria“. Das Unwetter zog am vergangenen Wochenende über den Osten von Spanien – besonders herb hat es die Costa Brava im Norden von Katalonien getroffen. Hier stehen in vielen Orten seit Tagen Straßen unter Wasser.

In Girona hat der Sturm dafür gesorgt, dass das Trinkwasser in der Stadt rationiert werden muss. Mehrere Stadtteile seien wegen eines Sturmschadens komplett ohne Wasser, sagte Bürgermeisterin Marta Madrenas.

Die Betroffenen hatten zum Beispiel am Donnerstagabend zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr eine Stunde fließendes Wasser, dann erst wieder am Freitagmorgen zwischen 7.00 und 9.00 Uhr.

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Sturmschäden auch in Mallorca

Schwere Unwetter in Spanien; Foto: picture alliance/Isaac Buj/Europa Press/dpa

Sturm „Gloria“ hat am Hafen von Cala Ratjada auf Mallorca viel zerstört.

picture alliance/Isaac Buj/Europa Press/dpa

Auf der Ferieninsel Mallorca war vor allem die Stadt Cala Ratjada vom Sturm betroffen. Regierungschef Pedro Sánchez sagte, dass es schnell Hilfe für alle Betroffenen geben solle. „Wir werden keine Mittel scheuen“, sagte Sánchez. Davor hatte er sich auch in Katalonien ein Bild vom Ausmaß der Zerstörungen gemacht. Er sei von der Verwüstung „erschüttert.“

Mit welcher Wucht die Wellen auf die Küste von Mallorca trafen, filmte Anwohnerin Maria Àngels Vera Obrador. Die Wellen treffen auf Land, schießen gut 20 Meter in die Höhe und gehen erst mindestens 50 Meter weiter auf Häuser nieder.

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Tote und Vermisste

Mittlerweile beklagen die Behörden in Spanien auch schon mindestens 13 Tote. Ein Angler sei in der Küstengemeinde Calafat von einer Riesenwelle überrascht und in den Tod gerissen worden, berichteten Medien. In den Gemeinden Cabacés und Jorba wurden die Leichen von zwei Männern entdeckt, deren Autos vermutlich von den Wassermassen mitgerissen wurden.

Am Strand von El Prat de Llobregat bei Barcelona fanden Einsatzkräfte die Leiche einer Frau, die vermutlich ertrunken ist. In Barcelona wurden am Donnerstagabend noch mindestens drei Menschen vermisst. Auf Mallorca gab es ebenfalls mindestens drei Vermisste, auf Ibiza zwei – unter anderem einen jungen Briten.

Sturm verschiebt Ebro-Delta ins Landesinnere

Der Sturm an der spanischen Ostküste war so heftig, dass er das Ebro-Delta – südlich von Tarragona – um drei Kilometer ins Landesinnere verschob. Das ließ sich anhand von Satellitenbildern von Sentinel 1 belegen. In der Gegend wird Reis angebaut. Wie hoch der Schaden ist, lässt sich noch nicht sagen.

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Meeresschaum bedeckt Straßen in Tossa de Mar

In Tossa de Mar, nördlich von Barcelona, kämpfen die Einwohner mit einer besonders hartnäckigen Folge von „Gloria“: Meeresschaum stand dort meterhoch in den Straßen und bedeckte auch Häuserwände.

Hagelsturm in Andalusien

In anderen Teilen Ost-Spaniens sorgen die Ausläufer des Sturms dagegen für eisiges Wetter: In Málaga gab es einen heftigen Hagelsturm, überall auf den Straßen lag eine dicke Schicht weißer Hagelkörner.

In Alcañiz in der Provinz Teruel mussten Dutzende Menschen wegen eines Erdrutsches ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Auch in Tordera bei Barcelona wurden viele Wohnhäuser wegen Überflutungsgefahr evakuiert.

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Björn Widmann
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