Autor
SWR Aktuell
SWR Aktuell; Foto: SWR3
Stand:

Bei einem Raser-Unfall starb im März in der Stuttgarter Innenstadt ein junges Paar. Bei den Ermittlungen gegen den Beschuldigten kam es nach einem Medienbericht zu einer schweren Panne.

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, die Strafverfolger hätten es „leider versäumt, das Smartphone des Angeschuldigten sofort nach der Tat sicherzustellen“. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Smartphone des Unfallfahrers erst nicht sichergestellt?

Die Zeitung beruft sich bei ihrem Bericht auf die Anklageschrift der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, die sie habe einsehen können. Noch in der Unfallnacht habe der Angeklagte seine Freunde aufgefordert, alle kompromittierenden Videos über Spritztouren mit dem Jaguar, an denen sie als Beifahrer teilgenommen hatten, auf ihren Handys zu löschen, schreibt die Zeitung weiter. Auf diese Weise habe der Angeklagte bewusst veranlasst, dass Beweise vernichtet worden seien, die seine Fahrweise dokumentiert hätten, laute das Fazit der Ankläger. Bei dem tödlichen Unfall ist im März ein junges Paar vor einem Kino in der Stuttgarter Innenstadt getötet worden. Dem Beschuldigten wird zweifacher Mord vorgeworfen.

Bild der Unfallstelle an der Stuttgarter Rosensteinstraße; Foto: picture alliance/Fabian Sommer/dpa

Die Unfallstelle an der Stuttgarter Rosensteinstraße im März 2019.

picture alliance/Fabian Sommer/dpa

Weitere Details aus der Unfallnacht

In dem Zeitungsbericht werden auch weitere Einzelheiten aus der Unfallnacht zitiert. So seien der 20 Jahre alte Kfz-Lehrling und ein Freund eine halbe Stunde vor Mitternacht mit 168 Stundenkilometern durch die Stuttgarter Rosensteinstraße gerast – in einem gemieteten Jaguar. Bei einem Ausweichmanöver habe der Fahrer die Kontrolle über das 550 PS starke Fahrzeug verloren und sei in den wartenden Kleinwagen eines jungen Paares geknallt. Die 22-jährige Frau und ihr 25 Jahre alter Freund, die aus dem Rheinland stammten, seien sofort tot gewesen. Als die Polizei den mutmaßlichen Todesfahrer zunächst in eine Klinik fuhr, interessierte ihn laut zitierter Anklage vor allem eines: Über welche Motorleistung der Streifenwagen verfügte.

Der beschuldigte 20-Jährige muss sich vom 11. September an vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten.

Autor
SWR Aktuell
Autor
SWR3