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Ein 40-jähriger Südafrikaner konnte nicht mehr hören – bis Ärzte beschlossen, ihm mit einem 3D-Drucker zu helfen und ihm zum ersten Mal überhaupt ein künstliches Mittelohr eingesetzt haben.

Die aufsehenerregende Operation fand im Steve Biko-Lehrkrankenhaus in Pretoria statt. Der zuständige HNO-Arzt, Professor Mashudu Tshifularo sagte, die „3D-Technologie erlaubt uns Dinge zu tun, die wir nie zuvor für möglich gehalten hätten“. Alle Menschen, die ihr Gehör durch Unfälle, Krankheiten oder Infektionen verloren haben und sogar neugeborene Babies könnten durch die 3D-Prothese geheilt werden.

Die Gesundheitsbehörde der Provinz Gauteng hat gestern stolz ein Foto von der OP auf Twitter veröffentlicht, noch ist aber nicht klar, ob der Patient endgültig wieder hören kann.

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Hammer, Amboss und Steigbügel aus Titan

Es kommt auf die winzigen Knöchelchen im Mittelohr an. Sind sie – entweder von Geburt an oder durch Unfälle – beschädigt, geht das Gehör verloren. Per Computertomographie oder mit Röntgenbildern werde geschaut, welches der Knöchelchen kaputt sei oder beschädigt, erklärte Prof. Tshifularo die brandneue Transplantations-Technik. Dann werde das beschädigte Teil im 3D-Drucker aus Titan exakt nachgebildet und anschließend endoskopisch eingesetzt, also ohne große Schnitte und nur mit kleinen Narben. Der Ersatz durch „gedruckte“ Teile sei komplikationsloser möglich als mit den bisher verfügbaren Implantaten und auch billiger.

Noch ein medizinischer Durchbruch in Südafrika

Obwohl die öffentliche Gesundheitsversorgung in Südafrika schlecht ist, hat die medizinische Forschung im Land schon öfter für Aufsehen gesorgt: In Kapstadt fand 1967 die weltweit erste Herztransplantation statt und 2014 wurde erfolgreich ein Penis transplantiert – auch zum allerersten Mal.