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Der US-amerikanische Forscher Victor Vescovo ist eigenen Angaben zufolge weiter getaucht als jemals wer zuvor. Im Marianengraben im Pazifischen Ozean fand er dabei nicht nur Tiere – sondern auch hier: Plastikmüll.

Vier Stunden blieb Victor Vescovo am tiefsten Punkt des Pazifischen Ozeans – auf dem Boden des Marianengrabens in fast elf Kilometern Tiefe. Das berichtete der Forscher nach seinem Tauchgang im Hochleistungs-U-Boot. Damit hätte er den tiefsten Tauchgang eines Menschen in der Geschichte absolviert.

Neue Krustentierarten entdeckt – und offenbar auch Plastikmüll

Fast zwölf Stunden war Vescovo nach eigenen Angaben unterwegs, dreieinhalb Stunden runter, dann die vier Stunden am Meeresboden und in vier Stunden ging es zurück an die Oberfläche. Sein U-Boot hielt dabei 1.000 Bar stand.

Den ersten Tauchgang hier runter machte der Leutnant Don Walsh zusammen mit dem Schweizer Ingenieur Jacques Piccard.

Victor Vescovo in seinem U-Boot während des Tauchgangs im Marianengraben; Foto: Reuters

Victor Vescovo in seinem U-Boot während des Tauchgangs im Marianengraben

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Plastik in der Tiefsee ist nicht neu

Er habe in der Tiefe kleine Meerestiere gefunden, bei denen es sich um vier neue Krustentierarten handeln soll. Doch daneben schwamm ihm zufolge auch Plastikmüll. Er sagte, er habe „zwei Stücke menschlichen Müll gefunden. Es ist nicht ganz klar, was es war, aber es war sicher von Menschenhand gemacht“, sagte der 53-Jährige in New York.

Das U-Boot von Vescovo noch auf dem Schiff - gleich geht's los in den Marianengraben.; Foto: Reuters

Das U-Boot von Vescovo noch auf dem Schiff - gleich geht's los in den Marianengraben.

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Plastik in der Tiefsee ist wenig überraschend. Es lässt sich überall auf der Erde nachweisen, nicht nur in unberührten Gebieten im Hochgebirge – also an Land – sondern auch im Meer. Seit ein paar Jahren befassen sich auch Tiefseeforscher mit dem Plastikproblem.

Je tiefer, desto größer der Plastikmüll

Japanische Wissenschaftler haben deshalb zum Beispiel die Daten und Bilder von unbemannten U-Booten und Tauchrobotern ausgewertet und zwar aus den letzten 30 Jahren. Auch die hatten schon eine Einwegplastiktüte in knapp 11.000 Metern Tiefe auf dem Schirm.

Eine weitere Erkenntnis der Japaner: Das meiste, was im Meer schwimmt, ist Einwegplastik. Bis zu 92 Prozent der gefundenen Teile und in Tiefen um die 6.000 Meter. Je tiefer, desto größer sind die Plastikstückchen.

Es geht aber auch ganz klein. Denn Mikroplastik treibt ebenfalls in der Tiefsee rum, lässt sich sogar flächendeckend im Sediment dort nachweisen. Je tiefer, desto mehr. Ein britisches Forscherteam fand im Magen von Tiefseetieren Plastik. Die Tiere vom tiefsten Punkt des Marianengrabens, vom Challengertief, hatten allesamt Plastik in sich: Mikrofasern von Textilien sowie Reste von Plastikflaschen und Verpackungen.