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Forscher haben am Dienstagmorgen einen tausend Jahre alten Sarkophag in der Mainzer Johanniskirche geöffnet. Sie fanden die Überreste eines Geistlichen. Wer das war, ist aber noch unklar.

Große Spannung in der Mainzer Johanniskirche: Am Dienstagmorgen um 8:30 Uhr haben Forscher damit begonnen, einen tausend Jahre alten Sarkophag zu öffnen. Mit Hilfe eines Seilzuges wurde der rund 700 Kilogramm schwere Deckel angehoben. Im Anschluss an die Untersuchungen soll der Sarg wieder geschlossen werden, damit die Totenruhe bewahrt wird.

Was befindet sich in dem Sarkophag?

Ein Team von 14 Wissenschaftlern begann sofort nach der Öffnung des Grabes mit der Untersuchung. Sie fanden menschliche Überreste, Beine und Hüftknochen sowie Stoffreste. Weil die Person eine Goldbordüre am Kopf und im Armbereich trage, gehen die Experten davon aus, dass es sich um einen Geistlichen handelt.

Wer genau die Person war, sei aber unklar, erklärte der Archäologe Guido Faccani. Zunächst würden die Überreste fotografiert und geröntgt. Erst danach könne man mehr sagen.

Was bedeutet der Fund für die Kirche?

Es wird vermutet, dass der Sarkophag das Grab des Mainzer Bischofs Erkanbald sein könnte. Dieser starb 1021. Wenn das stimmt, wäre der Nachweis gelungen, dass die Kirche St. Johannis der „Alte Dom“ von Mainz war.

Damit wäre die heutige evangelische Kirche die erste Kathedrale vor dem später erbauten heutigen Dom in Mainz. Dieser ist seit 1036 Bischofssitz.

Wann wurde der Sarg gefunden?

Der steinerne Sarg aus dem 11. Jahrhundert ist im vergangenen Jahr bei archäologischen Grabungen entdeckt worden. Ein internationales Forscherteam hatte mehr als fünf Jahre lang im Boden der Kirche gegraben. Dabei wurden über 400.000 Funde aus der Römerzeit und dem späten Mittelalter entdeckt.