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Nach den tödlichen Schüssen in der kalifornischen Stadt Thousand Oaks ist die Anteilnahme am Schmerz der Hinterbliebenen groß. Der Täter war ein ehemaliger Marinesoldat – doch sein Motiv bleibt unklar.

Der verstorbene Polizist Ron Helus wird in einer Wagenkolonne zur Obduktion nach Ventura gebracht. Die Straße ist von Menschen gesäumt, die mit amerikanischen Fahnen wedeln und ihre Anteilnahme zeigen wollen.

Ein junge Frau hält ein Schild mit der Aufschrift "We are T.O strong" hoch.; Foto: AP

Eine Frau zeigt ihre Trauer mit einem Plakat: „Wir sind T. O. (Thousand Oaks) stark. In liebevollem Gedenken.“

AP

Sheriff Eric Buschow sagt im Lokalfernsehen: „Es gibt keine Worte dafür, wie wir uns fühlen.“ Diese schreckliche Tat werde alle in der Gemeinde noch sehr lange beschäftigen.

Angehörige unter Schock

Ungefähr zeitgleich tritt vor einem Krankenhaus in Thousand Oaks ein Mann vor die Kameras. Jason Coffman hat gerade erfahren, dass sein Sohn Cody, 22 Jahre alt, eines der Opfer war.

Stundenlang wusste er nicht, was mit seinem Sohn passiert ist: „Ich habe gestern Abend mit ihm gesprochen, bevor er zur Tür raus ist“, schildert er. „Ich hab zuerst gesagt: Kein Alkohol am Steuer! Und dann: Ich hab dich lieb.“

Schüsse auf die Gäste

Im Anschluss machte sich Sohn Cody auf dem Weg in den Country Club „Borderline Grill & Bar“ in Thousand Oaks. Mittwochs war in der Bar Studentennacht, weshalb die Altersgrenze sogar von 21 auf 18 herabgesetzt wurde. Mehrere Hundert Menschen tanzten und feierten gerade, als gegen 23 Uhr am Mittwochabend ein schwarz gekleideter Mann, teils vermummt, die Bar betrat, Rauchbomben warf und das Feuer eröffnete.

Ein Augenzeuge beschreibt die Situation: „Ich habe Billard gespielt, dann hab ich Schüsse gehört, aufgeblickt und sofort Leute unter den Billardtisch gezogen bis es eine kurze Feuerpause gab. Dann haben wir mit einem Barhocker ein Fenster eingeschlagen und sind nach draußen geflüchtet.“

Augenzeugen des Attentats stehen unter Schock; Foto: dpa/picture-alliance

Besucher, die sich retten konnten, stehen nach der Tat unter Schock.

dpa/picture-alliance

13 Menschen sterben

Am Ende starben 13 Menschen, darunter der Polizist Helus und der Täter selbst. Er soll sich erschossen haben. Viele Details über ihn wisse man noch nicht, sagte Sheriff Buschow einem Lokalsender. Er soll ein 28-jähriger ehemaliger Marinesoldat aus der Gegend sein. „Davon abgesehen war er wegen einiger kleiner Vorfälle polizeibekannt, aber nichts, was auch nur im entferntesten auf solch eine Tat hätte hinweisen können.“

Motiv ist unklar

Sein Motiv ist noch völlig unklar. Er sei einmal psychisch untersucht worden, so Buschow, aber eine Einweisung habe man nicht für nötig befunden. Seine Waffe hatte er völlig legal besessen, allerdings durch ein extra Magazin erweitert.

Präsident Donald Trump reagierte per Twitter: „Die Polizei hat großen Mut gezeigt“, schreibt er, „möge Gott die Opfer und ihre Familien segnen. Dank an die Rettungskräfte.“

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