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Im Sommer hat es große Diskussionen über die Fahrverbote auf Landstraßen in Österreich gegeben. In Tirol sollen sie jetzt verlängert werden – und auch in der Ski-Saison gelten.

Seit Ende Juni gilt: Immer von Samstagmorgen 7:00 Uhr bis Sonntagabend 19:00 Uhr sind bestimmte Tiroler Landstraßen für alle Lkw, Pkw und Motorräder gesperrt, die das Land nur durchfahren.

Weil die Landesregierung in Tirol einen Verkehrskollaps durch Güterverkehr, Skitourismus und Schnee befürchtet, sollen regionalen Fahrverbote bis in den Winter hinein verlängert werden. Verkehrsexperten wollen sich überlegen, für welche Straßen die Sperrungen im Winter gelten sollen.

Wer ist von den aktuellen Sperrungen betroffen – und wo?

Die Sperrungen betreffen solche Fahrer, die entweder Mautgebühren sparen oder Grenzkontrollen umfahren möchten. Sie gelten nicht nur für „Ausländer“, sondern auch für den innerösterreichischen Durchgangsverkehr.

Nicht mal der Rettungsdienst kommt durch

Weil so viele Leute die Tiroler Landstraßen als Ausweichroute benutzen, seien diese besonders am Wochenende häufig verstopft. Der Sprecher von Tirol sagte, die Straßen seien oft so überfüllt, dass sogar Rettungsdienste Probleme hätten, durchzukommen.

Niemand will sich vorstellen, was los ist, wenn die Rettung dringend gebraucht wird und niemand mehr durchkommt.

Florian Kurzthaler, Sprecher des Landes Tirol

Wie will Österreich das Verbot kontrollieren?

Die Sperrungen der betroffenen Landstraßen werden deshalb in das Verkehrsinformationssystem des österreichischen Innenministeriums eingespielt. Darauf greifen wiederum zahlreiche Navigationsgeräte zu.

Wir sind zuversichtlich, dass die Navis die Strecke dann so berechnen, dass es zu keinem Ausweichverkehr kommt.

Sprecher der österreichischen Polizei

Bringen die Verbote was? ADAC ist skeptisch

Ob die Fahrverbote letztendlich den gewünschten Effekt zeigen, bleibt abzuwarten. Nach Ansicht des ADAC in München werden die Fahrverbote wahrscheinlich schwer zu
kontrollieren sein. Wer von der Polizei bei der Autobahnabfahrt angehalten werde, könne ja immer eine Ausrede finden – etwa dass er im nächsten Ort zum Essen gehen wolle, meinte ein ADAC-Sprecher.

Deutschland und Italien drohen mit Klage gegen Österreich

Und auch Deutschland und Italien sind wenig begeistert von den Fahrverboten in dem österreichischen Bundesland. Die beiden Länder hatten gedroht, auf EU-Ebene gegen Österreich zu klagen. Von der EU haben sie dafür Rückendeckung bekommen: Die EU-Kommission hat vor allem die umstrittene Blockabfertigung für Lastwagen an der Grenze nach Österreich klar kritisiert. Dort werden Lastwagen oft stundenlang gestoppt und erst in Stößen von rund 300 Fahrzeugen durch den Brenner gelassen.

Wir haben die Behörden in Österreich darüber informiert, dass wir die häufige Anwendung der Maßnahme missbilligen.

EU-Kommissarin Violeta Bulc