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Bei einem Elektro-Festival in Bingen kollabieren mehrere Besucher – ein 35-Jähriger stirbt später im Krankenhaus. Nach der Obduktion der Leiche haben die Ermittler jetzt einen starken Verdacht.

Der 35-jährige Mann aus Hessen hatte bis in die frühen Morgenstunden am Sonntag auf dem „Palazzo Summerfestival“ im rheinland-pfälzischen Bingen gefeiert, dann kollabierte er auf der Terrasse des früheren Clubs. Rettungskräfte konnten ihn vor Ort noch reanimieren, er starb dann allerdings im Krankenhaus.

Die Ermittler von Staatsanwaltschaft und Polizei haben jetzt die Ergebnisse der Obduktion ausgewertet. Demnach sei wahrscheinlich eine Vergiftung die Todesursache. Hinweise auf andere Gründe gebe es nicht. Dennoch seien weitere Untersuchungen nötig. Durch welche Substanz die Vergiftung ausgelöst wurde, ist noch nicht bekannt.

Festival abgebrochen

Nach dem Tod des 35-Jährigen wurde das Festival abgebrochen, der Veranstalter reagierte mit einem Post bei Facebook:

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Noch zwei weitere Besucher zusammengebrochen

Zunächst kam der Verdacht auf Drogen auf, als noch mindestens weitere zwei Besucher des Festivals, die über Übelkeit geklagt hatten, zusammenbrachen und ins Krankenhaus gebracht wurden. Bei einem war der Zustand laut Polizeisprecher „etwas schwerwiegender“, es bestehe aber keine Lebensgefahr.

Waren es diese Pillen?

Toter bei Elektro-Festival in Bingen: War es Ecstasy?; Foto: Polizei Bad Kreuznach/Bingen

So sehen die Pillen aus, die die Polizei bei dem Elektro-Festival in Bingen sichergestellt hat.

Polizei Bad Kreuznach/Bingen
Toter bei Elektro-Festival in Bingen: War es Ecstasy?; Foto: Polizei Bad Kreuznach/Bingen

Die Polizei warnt eindringlich davor, diese Pillen zu konsumieren.

Polizei Bad Kreuznach/Bingen

Auf dem Festival wurden noch in der Nacht diese Pillen beschlagnahmt – es könnte sich um Ecstasy handeln. Die Polizei Bingen warnte „eindringlich vor deren Konsum“.

Besucher sollen befragt werden

Die Polizei will auch mit anderen Besuchern sprechen, um herauszufinden, was genau an dem Abend in Bingen passiert ist. Auf dem Festival waren nach Angaben des Veranstalters rund 1.500 Besucher.

Autor
SWR3