Wer transsexuell ist, möchte häufig auch offiziell den eigenen Namen passend zum Geschlecht ändern. Zurzeit ist das ein regelrechter Spießrutenlauf. Das Bundesland Rheinland-Pfalz möchte es Transsexuellen nun leichter machen.

Den eigenen Vornamen offiziell zum anderen Geschlecht wählen – für viele Transsexuelle ist das ein wichtiger Schritt. Doch bislang macht das Gesetz ihnen das Leben schwer: Das Gesetz aus den 1980er Jahren verlangt, dass zwei unabhängige Gutachter darüber befinden, ob jemand wirklich transsexuell ist und ob sie oder er bei dem Geschlecht bleiben wird.

Gutachtertermin ein „entwürdigender Spießrutenlauf“

„Wir möchten diese Pflicht abschaffen, da sie für die betroffenen Menschen oft zum Spießrutenlauf wird, den sie als entwürdigend erleben“, sagt Integrationsministerin Anne Spiegel von den Grünen. Rheinland-Pfalz möchte das Transsexuellengesetz entsprechend ändern und wird am 12. Mai einen neuen Entwurf dafür im Bundesrat vorlegen. Denn das derzeitige Gesetz sei laut eines Gutachtens „einfach nicht mehr zeitgemäß“.

Von dieser Gesetzesänderung profitieren könnten laut Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, 60.000 bis 100.000 Menschen, die sich als transsexuell definieren.