Autor
Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Not macht erfinderisch: Bestes Beispiel dafür ist der Franzose Elisha Nochomovitz. Obwohl in Frankreich wegen des Coronavirus eine Ausgangssperre gilt, hat er einen Marathon absolviert. Um sich an die Regeln zu halten, lief er die 42,195 km auf seinem Balkon.

Sieben Meter lang und gut einen Meter breit – das ist der Balkon von Elisha Nochomovitz. Dort ist der Franzose fast sieben Stunden auf und ab gerannt, um die Marathon-Distanz von 42,195 km zurückzulegen. Auf Instagram konnten seine Follower ihm dabei zuschauen und ihn anfeuern. Seine Frau versorgte ihn mit Verpflegung.

Balkon-Marathon während Corona-Ausganssperre

Nach dem Marathon schrieb Nochomovitz: „Habe den Balkonien-Marathon geschafft.“ Aber er gab auch zu: „Alles dreht sich in meinem Kopf und ich möchte mich übergeben.“ Außerdem habe er zwischendurch Angst gehabt, dass sich die Nachbarn über das ständige Fußtrampeln beschweren würden.

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Der Franzose lebt in einem Vorort von Toulouse, wo eine Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. In ganz Frankreich dürfen die Menschen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen. Sport im Freien ist nur noch eingeschränkt erlaubt.

Es ging darum, eine verrückte Challenge zu starten und Humor reinzubringen – um die Situation der Ausgangssperre zu entdramatisieren.

Die französischen Behörden erlauben Bürgerinnen und Bürgern weiter, als Einzelpersonen zum Sport nach draußen zu gehen, sofern sie dafür ein Formular mit Beweggründen unterzeichnen. Auf Frankreichs Straßen hat sich die Zahl der Jogger in den vergangenen Tagen allerdings wegen des schönen Wetters vervielfacht. Das hat bei den Behörden die Sorge aufkommen lassen, dass sich zu viele Menschen draußen aufhalten und die Virus-Eindämmungsversuche aufs Spiel setzen. Dazu sagte Nochomovitz: „Wenn jeder gleich denkt und das Gleiche tut, sind wir alle draußen und das hilft gar nichts; und die Botschaft, dass wir alle drinnen zu Hause bleiben müssen, hat keine Wirkung.“

„Wollte zeigen, dass man zu Hause auch Sport treiben kann“

Deshalb wollte Nochomovitz mit seinem Balkon-Marathon zeigen, dass man seinem Hobby nachgehen und sich trotzdem an die Regeln halten kann. „Ich wollte die Anweisungen der Regierung befolgen“, sagte der 32-Jährige. „Ich wollte nicht rausgehen, um den Leuten zu zeigen, dass man zu Hause auch Sport treiben kann.“

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Isabel Gebhardt
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