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Klimaschutz? Ja, aber nicht vor meiner Haustür! So ähnlich klingt das Ergebnis der Diskussion um das Seenachtfest Konstanz. Denn trotz offiziellem „Klimanotstand“ in der Stadt soll im Sommer wieder ein großes Feuerwerk stattfinden.

Im Mai hat Konstanz als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen. Das Ziel war, die Stadt handlungsfähiger zu machen, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Auch das Seenachtfest sollte sich deutlich ändern: umweltfreundlicher sollte es werden. Doch ein großes Feuerwerk wird es jetzt dennoch geben. Wie passt das zusammen?

Feuerwerk beim letzten Seenachtfest kostete 80.000 Euro

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Nach der Entscheidung für den Klimanotstand im Mai wurde auch über das Seenachtfest diskutiert.

80.000 Euro kostete das Feuerwerk im Jahr 2019. So viel Geld und dazu noch Unmengen an Feinstaub in die Luft zu blasen, sei nicht mehr zeitgemäß, so Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU).

Überhaupt sollte das beliebte Fest, das jedes Jahr am zweiten August-Wochenende zehntausende Besucher anlockt, neu durchdacht werden.

Denn bereits in der Vergangenheit wurde das Seenachtfest wegen Verkehrschaos und Müllbergen immer wieder als zu wenig umweltfreundlich kritisiert.

Konstanzer wollen das Feuerwerk behalten

Wie könnte ein ökologischeres Seenachtfest aussehen? In einer Online-Umfrage sollten auch die Bürger und Bürgerinnen sagen können, wie sie sich das Volksfest in Zukunft wünschen.

Bei einer Rekordbeteiligung von 5.830 Rückmeldungen war aber eine Mehrheit von knapp 60 Prozent klar für das Feuerwerk. Die Stadt hat deshalb entschieden, dem Wunsch der Einwohner zu folgen: Das Seenachtfest wird am 8. August 2020 deshalb wieder in gewohnter Form mit Feuerwerk stattfinden – trotz Feinstaub und trotz Klimanotstand.

UN-Klimakonferenz in Madrid: Wir gefährden das Leben an sich

Das Thema Klima und Kompromissbereitschaft ist global auf der Tagesordnung: prominent bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Madrid. Dort disktutiert die Weltgemeinschaft – mal wieder – wie es gelingen kann, den Klimawandel noch rechtzeitig zu stoppen.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres appellierte eindringlich an die Teilnehmer, den Krieg gegen die Natur zu beenden. Derzeit zerstöre die Menschheit wissentlich die Ökosysteme, auf die sie doch eigentlich angewiesen sei.

Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich.

Antonio Guterres, UN-Generalsekretär

Klimanotstand in Europa ist bisher rein symbolisch

Antonio Guterres an einem Rednerpult; Foto: imago images / Hans Lucas

UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte in Madrid eindringlich vor den Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel.

imago images / Hans Lucas

Besonders gefordert beim Klimaschutz seien die Länder, die mit Abstand den höchsten Treibhausgas-Ausstoß haben, so Guterres. Trotz aller Versprechen seien die weltweiten CO2-Emissionen in den vergangen zehn Jahren immer weiter gestiegen.

Zu den Ländern mit dem größten Ausstoß an Kohlendioxid zählen auch die EU-Mitgliedsstaaten. Das Europäische Parlament hat es Konstanz nun gleichgetan und den Klimanotstand für die Europäische Union ausgerufen.

Doch die konkreten Folgen: erstmal keine. Der Beschluss ist nur symbolisch.

Lasershow an Silvester in Konstanz

Immerhin: An Silvester gibt es in Konstanz dieses Jahr eine „musiksynchrone Lasershow“. Ein offizielles Feuerwerk gab es in der Stadt zum Jahreswechsel aber ohnehin nie – zu gefährlich wegen der Fachwerkhäuser in der Altstadt.

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