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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Er soll mit drei anderen 60 Millionen Dollar unterschlagen haben. Jetzt hat Trump den früheren Medien-Mogul Conrad Black begnadigt. Ob dessen öffentlichen Lobhudeleien an die Adresse des US-Präsidenten dabei eine Rolle gespielt haben?

Ex-Medienzar Conrad Black; Foto: dpa/picture-alliance

Begnadigt: Ex-Medienzar und Trump-Verehrer Conrad Black

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Conrad Black ist definitiv ein Trump-Fan – manche würden ihn vielleicht sogar einen Schmeichler nennen: Der 74-Jährige hat beispielsweise ein Buch über Trump geschrieben. Es trägt den Titel „Donald J. Trump: Ein Präsident wie kein anderer“. Am Montag hat er einen Artikel in der National Review veröffentlicht. Er trägt – frei übersetzt – den Titel: „Bei Trump läuft weiter alles bestens“.

Vorwurf: 60 Millionen Dollar unterschlagen

So rund wie bei Trump ist es bei Black in den vergangenen zwölf Jahren allerdings nicht gelaufen: Der gebürtige Kanadier mit britischer Staatsbürgerschaft war 2007 zunächst zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er mit drei Mittätern gut 60 Millionen Dollar unterschlagen haben soll.

Gegen das Urteil setzte sich Black zur Wehr. Der Oberste US-Gerichtshof gab ihm 2010 teilweise recht. Die Anklage wurde geändert und es ging weiter hin und her: Der gebürtige Kanadier kam zwischendurch auf Kaution frei und musste wieder in den Knast. Am Ende hatte er insgesamt dreieinhalb Jahre im Gefängnis verbracht.

„Enormer Beitrag für Wirtschaft und Politik“

Jetzt hat der US-Präsident ihn im Nachhinein begnadigt. In einer Pressemitteilung des Weißen Hauses wird argumentiert, der Oberste Gerichtshof habe ja Blacks Verurteilung wegen
Betrugs und Justizbehinderung in fast allen Punkten gekippt.

Zudem wurde Black als „Unternehmer und Wissenschaftler“ gewürdigt, der einen „enormen Beitrag“ in Wirtschaft und Politik geleistet habe. Black selbst berichtet, Trump habe ihn vergangene Woche angerufen und die Begnadigung angekündigt. Er habe ihn dabei „the great Lord Black“ genannt.

Trump und Black kennen sich schon lange: 2007 sollte Trump zunächst als Zeuge der Verteidigung im Black-Prozess aussagen. Dessen Anwälte entschieden sich aber am Ende gegen Trump als Zeugen.

Überraschungsparty für 62.000 Dollar – auf Firmenkosten

Black war einst der drittgrößte Zeitungsherausgeber der Welt. Zu seinem Imperium gehörten Zeitungen wie der Londoner Daily Telegraph, die kanadische National Post, die Jerusalem Post und die Chicago Sun-Times.

Der Medienmagnat umgab sich gern mit Stars und Politikern und pflegte einen aufwändigen Lebensstil – beispielsweise eine 62.000-Dollar-Überraschungs-Geburtstagsparty für seine Frau im Edelrestaurant „La Grenouille“ in New York. Die Ausgaben soll er über seine Firma abgerechnet haben.