Autor
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Feind ausgemacht: wassersparende Toiletten, Duschen und Wasserhähne. Er will sie bekämpfen – angeblich aus Umweltschutzgründen.

„Wir haben eine Lage, wo wir uns Waschbecken, Duschen und andere Elemente von Badezimmern sehr stark vornehmen“, sagte Trump bei einem Treffen mit Kleinunternehmern am Freitag im Weißen Haus.

„Die Leute drücken zehn Mal oder 15 Mal“

Anschaulich schilderte er das Problem: „Man dreht den Wasserhahn auf in Gebieten, wo es enorme Mengen von Wasser gibt - und man bekommt kein Wasser.“ Solche Armaturen erhöhten den Wasserverbrauch am Ende: „Die Leute drücken die Toilettenspülung zehn Mal oder 15 Mal und nicht nur ein Mal“, bemängelt der US-Präsident.

Wassersparende Armaturen seien vielleicht in Wüstenregionen eine gute Idee. „Aber es gibt viele Staaten, die so viel Wasser haben, dass es vom Himmel fällt“, sagte Trump. „Es heißt Regen, und sie wissen nicht, wohin damit.“ Auf seinen Hinweis hin nehme die Umweltbehörde EPA das Problem nun sehr genau unter die Lupe.

Seit Bill Clinton spielen schrumpfende Wasserreserven eine Rolle

Ein EPA-Sprecher erklärte daraufhin, man arbeite mit anderen Behörden zusammen, um den Kunden eine größere Auswahl bei Armaturen zu ermöglichen. Aus Sorge über schrumpfende Wasserreserven erlässt die US-Regierung spätestens seit 1994 unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton Vorschriften zum Durchlass von Wasserhähnen und Duschen.

Die EPA half den Bürgern in der Vergangenheit dabei, ihren Wasserverbrauch über die Vorschriften hinaus zu senken. Sie fördert unter anderem WaterSense, ein freiwilliges Programm zum Einbau wassersparender Duschköpfe und anderer Produkte. Jeder Tropfen zähle, da die Behörden in mindestens 40 US-Bundesstaaten in den kommenden Jahren lokal oder regional mit Wasserknappheit rechneten, heißt es auf der EPA-Homepage.