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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Wahlkampfzeit – das bedeutet im Jahr 2018: Fakenews-Produzenten haben Hochkonjunktur. Twitter hat jetzt ein etliche Tausend davon aus dem Rennen genommen.

Am Dienstag sind Kongresswahlen in den USA. Nach nahezu zwei Jahren Donald Trump wird dort gerade um die Seele Amerikas gekämpft: Die oppositionellen Demokraten hoffen darauf, wenigstens im Kongress – dem Parlament – eine Mehrheit zu gewinnen, wenn nicht sogar im Senat. Und die Chancen stehen nicht schlecht.

Demokraten vom Wählen abhalten

Unterstützer Donald Trumps versuchen offenbar mit allen möglichen schmutzigen Tricks, die mögliche Schlappe abzuwehren. Während ihr Idol die Angst vor Einwanderern schürt, hatten Unbekannte Fake-Accounts auf Twitter eingerichtet. Die sollten aussehen, als kämen sie aus dem Lager der Demokraten. Ihr Ziel: Demokratische Wähler vom Wählen abzuhalten und damit die Chancen von Trumps Republikanern zu erhöhen.

Twitter hat dem einen Riegel vorgeschoben: Nach einem Bericht des Portals TechCrunch löschte das Unternehmen nicht weniger als 10.000 gefälschte Accounts. Die Konten seien
Ende September bis Anfang Oktober entfernt worden.

Die Demokraten haben ihrerseits mit einem Tweet reagiert: „Wenn die das Niveau absenken, gehen wir wählen“ – frei nach Michelle Obama, die schon über Trumps Präsidentschaftswahlkampf gesagt hatte: „Wenn die das Niveau absenken, heben wir es erst recht an.“

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Regelrechte Fakenews-Wellen

Die Methoden der Fakenews-Produzenten sind bekannt: Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 hatte es eine regelrechte „Fake-News"-Welle gegeben. Einige davon scheinen aus Russland gekommen zu sein, dass von Anfang an massiv auf Trump als Präsidenten gesetzt hatte. Wer diesmal dahinter steckt, ist noch nicht raus.

Das Unternehmen versucht schon länger, härter gegen gefälschte Profile durchzugreifen, die Spam und politische Schock-Propaganda verbreiten. Anfang des Jahres hatte Twitter dem Bericht zufolge bereits 1,2 Millionen Accounts gelöscht, die terroristische Inhalte geteilt hatten. Twitter hat eigenen Angaben zufolge monatlich 335 Millionen aktive Nutzer.

Auch Berlin kämpft gegen Falschinformationen

Auch in Deutschland schlagen sich Politiker mit dem Problem herum: Gerade am Freitag hatte die Bundesregierung vor politischer Stimmungsmache gegen den UN-Migrationspakt gewarnt. Es gebe Versuche, durch „irreführende Informationen" die öffentliche Meinung gegen das Abkommen zu mobilisieren, heißt es laut den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus dem Auswärtigen Amt. Künftig solle Falschmeldungen entgegengetreten werden, wie sie unter anderem von der AfD verbreitet würden.

So widerspricht das Auswärtige Amt der Darstellung der AfD, mit einem Beitritt zu dem Abkommen nehme die Bundesregierung „eine Beschleunigung und Vervielfachung der Zuwanderung in Kauf“. Vorhersagen, wonach sich durch den Migrationspakt die Zuwanderung in bestimmte Länder erhöhen werde, seien „vollkommen unseriös und entsprechen auch nicht der Zielrichtung des Paktes“, heißt es dazu laut RND-Zeitungen im Auswärtigen Amt.

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