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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Nach mehreren Todesfällen in den USA stehen E-Zigaretten in einem schlechten Licht. Die Regierung von Donald Trump hat jetzt einen Vorstoß gemacht, der zumindest Jugendliche vom Dampfen fernhalten soll. Darum geht's.

Minze, Früchte oder Kaugummi – all diese ausgefallenen Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten verboten werden. Landesweit. Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch im Weißen Haus in Washington „sehr strenge“ Vorschriften für Hersteller an. Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite derzeit Richtlinien aus.

Zugelassen sein sollten dann nur noch Liquide, die nach Tabak schmecken. Denn: Erwachsene könnten die E-Zigaretten „brauchen, um mit dem Rauchen von Zigaretten oder Zigarren aufzuhören“, sagte der US-Gesundheitsminister Alex Azar.

Verbot hat nicht nur mit den Todesfällen zu tun

Die Regierung könne nicht zulassen, dass Menschen krank würden – begründete Trump seinen Vorstoß. Der US-Präsident betonte aber auch, dass das geplante Verbot nicht mit den bekanntgewordenen Todesfällen begründet sei. Zumindest nicht nur. Auslöser sei vielmehr der zunehmenden Konsum von E-Zigaretten durch Minderjährige.

Cannabisblüten; Foto: picture alliance/Jens Kalaene/zb/dpa

E-Kiffer in Gefahr? Öl in Liquids mit THC könnte die mysteriöse Krankheitsserie ausgelöst haben

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Mittlerweile schon sechs Tote

US-Behörden hatten zuletzt einen weiteren Todesfall gemeldet, der auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgeht – der mittlerweile sechste. Dazu kommen 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten.

Erst zuletzt waren die Gesundheitsbehörden in den USA im Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten auf eine heiße Spur gestoßen: Die Washington Post schreibt, möglicherweise stecke ein Öl dahinter, das aus Vitamin E gewonnen wird.

Ermittler hätten in Proben von Cannabis-Liquids ein Vitamin-E-Azetat nachgewiesen, das die Betroffenen vorher geraucht haben. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von THC-Produkten erlaubt. Die Symptome reichten von Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen bis hin zu Fällen von Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall.

Vitamin E beim Einatmen gefährlich

Vitamin E ist ein natürlicher Stoff, der in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist – zum Beispiel in Ölen und Nüssen. Die Washington Post schreibt aber weiter, dass Vitamin E wegen seiner molekularen Struktur beim Einatmen gefährlich werden könne.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA wollte den Bericht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nicht direkt bestätigen. Es seien noch zu wenige Informationen verfügbar, um die Verbindung zwischen der gemeldeten Substanz und den Krankheitsfällen besser zu verstehen. „Es gibt keine Substanz, einschließlich Vitamin-E-Azetat, die in allen Proben identifiziert wurde“, hieß es. Die Zusammensetzung der Stoffe in den mehr als 100 Proben sei nur ein Teil des Puzzles. Man müsse weitere Untersuchungen anstellen.

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Björn Widmann
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