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Amelie Heß
Amelie Heß, SWR3; Foto: SWR3
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Sie kursieren immer wieder im Netz und in den Sozialen Medien. In den USA haben sie sogar einen ganzen Wahlkampf geprägt: Fake News. Aber wer teilt Fake News und verbreitet sie damit weiter? Eine Studie der Universitäten Princeton und New York zeigt jetzt, dass es eher die älteren Nutzer sind, die Falschmeldungen verbreiten.

Sind Fake News ein Generationenproblem?

Um dies herauszufinden, untersuchten die Forscher die Facebook-Nachrichten von fast 1.200 Menschen in den USA während des US-Präsidentenwahlkampfs 2016. Die am Mittwoch veröffentlichte Studie der Universitäten Princeton und New York zeigt, dass Falschmeldungen sieben Mal mehr von Nutzern im Alter von 65 Jahren oder älter geteilt werden als in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen.

Ältere und Konservative teilen eher „Fake News“

Nur 8,5 Prozent der Probanden teilten überhaupt einen Artikel, der Falschmeldungen enthielt, so die Forscher in ihrem Ergebnis. Aber wenn Falschmeldungen geteilt wurden, waren es größtenteils ältere Menschen.

Darüber hinaus fanden die Forscher einen starken Zusammenhang mit dem konservativen Milieu. Also Menschen, die eher konservativ eingestellt sind, teilten häufiger Falschmeldungen als Liberale oder moderat Eingestellte.

Senioren sitzen auf einer Parkbank. ; Foto: dpa/picture-alliance

Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter teilen fast sieben Mal mehr Falschmeldungen in den Sozialen Medien als 18- bis 29-Jährige.

dpa/picture-alliance

Mehr Falschmeldungen von Republikanern als von Demokraten

Die Autoren der Studie begründeten das Ergebnis mit der schlechteren digitalen Medienkompetenz von älteren Menschen sowie mit einem mangelnden Erinnerungsvermögen.

Dass mehr Republikaner, also Menschen mit konservativer politischer Haltung, Falschmeldungen verbreiteten, könnte den Autoren zufolge auch daran liegen, dass während des US-Wahlkampfs ein Großteil der Fake News positiv über Trump berichtete.

Wären aber mehr Falschmeldungen Pro-Clinton gewesen und hätten schlecht über Trump berichtet, hätte das Ergebnis möglicherweise anders ausgesehen – dann hätten also vielleicht mehr Demokraten und Liberale Falschmeldungen geteilt als Konservative.

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Amelie Heß
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