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Patrick Seibert
Patrick Seibert; Foto: Patrick Seibert
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Spätestens seit den 60er Jahren steht der „Sarotti-Mohr“ als Werbefigur im Mannheimer Veranstaltungshaus Capitol. Jetzt ist die Figur mit Stoff verhüllt worden. Auslöser der Debatte war eine Veranstaltung zum Thema Alltagsrassismus.

Bis zum 8. März soll der „Sarotti-Mohr“ im 1927 eröffneten Capitol in Mannheim verhüllt bleiben. Am Mittwochmittag wurde die neue Installation vorgestellt. Capitol-Chef Thorsten Riehle sagte, er wolle die so umgestaltete Anlage nutzen, um mit den Besuchern über Alltagsrassismus im Gespräch zu bleiben.

Man habe sich bewusst für diesen Weg entschieden. Damit solle eine Diskussion über alltäglichen Rassismus angestoßen werden.

Mit Jute umflochten

Der Schriftzug „Sarotti“ und die beiden „Mohren“ an jeder Seite sind vom künstlerischen Leiter des Hauses, Georg Veit, mit eierschalenweißer Jute und einer geflochtenen schwarzen Schnur ummantelt worden.

„Ich wünsche mir, dass der Betrachter irritiert wird, nachdenkt und dann mit anderen ins Gespräch kommt“, sagte er bei der Vorstellung der Installation.

Veranstaltung „Kein Platz für Rassismus“

Ausgelöst wurde die Debatte bei einer Veranstaltung zum Thema „Alltagsrassismus“ im vergangenen Oktober. Einige Teilnehmer der Veranstaltung beanstandeten die Dekoration im Foyer des Mannheimer Capitols.

Bis zum 8. März findet jetzt wieder die Veranstaltungsreihe „Kein Platz für Rassismus“ statt.

So lange soll der „Sarotti-Mohr“ verhüllt bleiben. Anschließend soll er wieder im Original zu sehen sein, bevor er erneut verändert wird.

unverhüllter Sarotti-Mohr in Mannheim; Foto: picture alliance/Uwe Anspach/dpa

Der unverhüllte „Sarotti-Mohr“ im Mannheimer Capitol.

picture alliance/Uwe Anspach/dpa

Kritik an Entscheidung

Grundsätzlich soll die vermutlich über 50 Jahre alte Werbefigur über der Getränketheke im Foyer des Veranstaltungshauses aber hängen bleiben. Das hatte das Capitol schon vor längerer Zeit bekannt gegeben. Die Geschäftsführung hatte das damit begründet, dass sich die Figur des Mohren historisch nicht mit Rassismus in Verbindung bringen lasse.

An der Entscheidung gibt es aber auch Kritik. Tahir Della von der „Initiative Schwarzer Menschen“ hat im SWR gesagt, er sehe die Figur als rassistisch an - daran würde auch eine Umgestaltung nichts ändern.

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SWR3