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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Die Grünen hatten Anfang der Woche eine Diskussion angestoßen: Online-Händler sollten zurückgeschickte Neuware nicht länger vernichten dürfen – nur weil es für sie zu teuer wird, die Ware länger zu lagern. Jetzt hat das Umweltministerium ein entsprechendes Gesetz angekündigt.

Was Kunden online bestellt und zurückgeschickt haben, wird von den Händlern in einigen Fällen gar nicht wieder weiterverkauft sondern vernichtet. Nachdem Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt schon Anfang der Woche einen Drei-Punkte-Plan vorgestellt hat, der das eindämmen soll, hat sich jetzt das Umweltministerium zu Wort gemeldet: Man sei gerade dabei, einen entsprechenden gesetzlichen Vorschlag auszuarbeiten, hieß es von einem Sprecher des Ministeriums am Dienstag.

Göring-Eckhardt hatte mit ihrem Plan die Debatte angestoßen

Göring-Eckart hatte zuvor drei zentrale Forderungen vorgestellt:

  1. Neuwertige Produkte zu vernichten, soll verboten werden
  2. Zurückgeschickte Produkte sollen verschenkt werden
  3. Rohstoffe sollen zurück in den Wertstoffkreislauf

Umweltministerium denkt über Steuererlass nach

Das Umweltministerium hat nun bekanntgegeben, dass es gerade ein Gesetz zu dem Thema erarbeitet. Ein Bestandteil davon: Es solle eine „Obhutspflicht“ der Händler für die Ware verankert werden. Denn bestünde so eine Pflicht, könne man in Zukunft auch rechtlich gegen die Vernichtung von neuwertiger Ware vorgehen. Das erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums am Dienstag.

Außerdem prüfe das Umweltministerium gerade, ob die Händler von der Umsatzsteuer befreit werden, wenn sie Retouren spenden oder verschenken. Damit gebe es für die Online-Händler einen größeren Anreiz, die zurückgeschickte Ware weiterzugeben.

Viele Retouren landen in der Tonne

Wissenschaftler der Universität Bamberg haben ermittelt, dass in Deutschland bei Bestellungen im Internet jedes sechste Paket wieder zurückgeschickt wird. Im vergangenen Jahr sind das demnach 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel gewesen. Bei Kleidung und Schuhen geht sogar fast die Hälfte der Pakete zurück an den Absender. Nach Erkenntnis der Forscher landen rund vier Prozent der Artikel im Müll. Damit sind wir Deutschen quasi „Europameister im Zurückschicken“, denn in keinen anderen EU-Land werden so viele Waren zurückgeschickt wie bei uns.

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