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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Im vergangenen Jahr sind mehr Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen als 2017. Blick man etwas weiter zurück, so ist der Trend trotzdem positiv – bis auf eine Ausnahme.

3.275 Menschen sind im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das hat das Statistischen Bundesamt bekannt gegeben. Im Vergleich zum Jahr 2017 waren das 95 Tote mehr, was einem Anstieg um drei Prozent entspricht.

Auch bei der Zahl der verletzten Menschen gab es eine leichte Zunahme um 1,5 Prozent beziehungsweise 5.706 Personen. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 396.000 Verletzte durch Unfälle im Straßenverkehr.

Unfälle auf Landstraßen besonders gefährlich

Die meisten Unfälle passieren der Statistik zufolge in Ortschaften. Die Folgen dort sind jedoch geringer als außerorts. Das zeigen die Zahlen ganz deutlich: 69 Prozent aller Unfälle wurden in Ortschaften registriert. Betrachtet man nur die tödlichen Unfälle, so waren es 30 Prozent.

Bild eines Unfalls bei Wiesloch im Jahr 2018; Foto: picture alliance/Rene Priebe/PR-Video/dpa

Mehr als jeder zweite tödliche Unfall passiert auf einer Landstraße.

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Ganz anders sieht es auf Landstraßen aus. Dort passieren zwar weniger Unfälle – doch wenn es kracht, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass dabei Menschen ums Leben kommen. In Zahlen: 24,3 Prozent aller Unfälle ereigneten sich auf Landstraßen. Bei den tödlichen Unfällen liegt der Anteil jedoch bei 57 Prozent – also fast doppelt so viele wie in Ortschaften.

Als Gründe nennt das Statistische Bundesamt unter anderem höhere Geschwindigkeiten als innerorts, schlechte Überholmöglichkeiten und Hindernisse wie beispielsweise Bäume neben der Fahrbahn.

Auf Autobahnen hingegen passieren im Vergleich seltener Unfälle – mit Personenschaden waren es 6,7 Prozent, mit Todesfolge 12,9 Prozent.

Statistik nach Verkehrsteilnehmer

In der Unfallstatistik wird auch nach Fahrzeug unterschieden. Demnach verunglückten 1.424 Menschen in einem Auto tödlich, 697 auf einem Motorrad oder Mofa, 458 waren Fußgänger, 445 Fahrradfahrer und 174 Lkw-Fahrer. Weitere 77 Menschen waren mit anderen Fahrzeugen unterwegs wie Busse oder Traktoren.

Bei den Zahlen muss man aber beachten, dass je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich viele Fahrzeuge in Deutschland unterwegs sind. So waren im Jahr 2018 beispielsweise rund 47 Millionen Pkw zugelassen, bei den Motorrädern und Mofas waren es 4,4 Millionen. Im Vergleich mit den absoluten Zahlen sind also Motorradfahrer deutlich öfter in tödliche Unfälle verwickelt.

Fahrradfahren offenbar immer gefährlicher

Im Vergleich zum Jahr 2010 ist der Trend bei den Unfallzahlen weiterhin positiv: Es gab in diesem Zeitraum 10,2 Prozent weniger Verkehrstote. Den größten Rückgang gab es mit 22,6 Prozent bei Autoinsassen. Doch nicht bei allen Verkehrsteilnehmern gibt es eine gute Entwicklung. Der Anteil an tödlich verunglückten Fahrradfahrern stieg um 16,8 Prozent.

Der Fahrradklub ADFC hat eine Begründung für diesen negativen Trend. Geschäftsführer Burkard Stork kritisiert „fahrradfeindlich gestaltete Kreuzungen und Einmündungen“. Er fordert mehr Investitionen für „durchgängige, sichere Radwege und geschützte Kreuzungen“. Die Zulassung von E-Scootern werde die Situation noch verschlimmern, befürchtet Stork.

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