Autor
Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Verschwörungstheorien können extrem und nervig sein – manchmal aber auch sehr witzig. Eine davon besagte: Bielefeld existiert nicht. Dieser skurrilen Behauptung setzt die angeblich nicht existierende Stadt nun ein Denkmal.

Es fing mit einer Studentenfeier in Kiel an und endete am Dienstag mit einem hunderte Kilo schweren Stein: Die Verschwörungstheorie, nach der die Stadt Bielefeld gar nicht existiert.

Eine Million Euro bekommt – niemand

Seit 25 Jahren geistert diese Behauptung durchs Netz. Viele Bielefelder mussten sich Witze darüber anhören. Zuletzt drehte die Marketingabteilung der Stadt den Spieß aber einfach um: Es wurden eine Million Euro Preisgeld ausgelobt für den ultimativen Beweis, dass es Bielefeld tatsächlich nicht gibt.

2.000 Menschen sollen es versucht haben – doch keiner von ihnen sei erfolgreich gewesen. Das teilte die Stadt am Dienstag mit: „Wir verabschieden uns von der Mär, dass es uns gar nicht gibt“, sagte Oberbürgermeister Pit Clausen.

Ist die Theorie jetzt für ewig begraben?

Doch das reichte den Verantwortlichen in der nordrhein-westfälischen Stadt, in der nun ganz offiziell über 330.000 Menschen beruhigt leben können, nicht. In der Altstadt wurde außerdem ein 600 Kilogramm schwerer Findling aufgestellt, der an die Bielefeld-Verschwörung erinnern soll.

Bild des Hinkelsteins, der in der Bielefelder Altstadt in Erinnerung an die Verschwörungstheorie aufgestellt wurde.; Foto: picture alliance/David Inderlied/dpa

Der eine hat's begonnen – der andere beendet es: Achim Held – Schöpfer der Verschwörungstheorie und der Bielefelder Marketingchef Martin Knabenreich.

picture alliance/David Inderlied/dpa

Mit etwas Phantasie drängt sich das Bild auf, dass man ein Loch gegraben hat, die Verschwörungstheorie dort reinwarf und nun einen Stein darauf gelegt hat, damit niemand mehr diese irre Idee herausholt.

So entstand die Verschwörungstheorie

Alles fing ganz harmlos an – auf einer Studentenfeier in Kiel, vor 25 Jahren. In einem satirisch gemeinten Text wurde da behauptet, es gäbe die ostwestfälische Stadt nicht, sie sei nur die Erfindung dunkler Mächte. Der Urheber des Textes, der Kieler Informatiker Achim Held, wollte damit abstruse Verschwörungstheorien aufs Korn nehmen wollen, aber sein Witz wurde zum Selbstläufer.

Riesige Resonanz im Netz

Nach dem Aufruf der Stadt, den Beweis zu erbringen, dass es sie nicht gibt, gab es Tausende Reaktionen. Vielen davon waren echt witzig:

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Auch Promis witzeln über Bielefeld

John Lennons Frau Yoko Ono, die als Künstlerin in der Bielefelder Kunsthalle ausstellte, schrieb zum Beispiel vor mehr als zehn Jahren in einem Blog: „The town of B definitely did exist. I was there.“ Und auch Kanzlerin Angela Merkel hatte vor Jahren die Lacher auf ihrer Seite, als sie von Bielefeld erzählte und spontan den offiziellen Redetext ergänzte um: „...so es denn existiert“.