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Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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Mindestens sieben Menschen sind in der Nacht zu Donnerstag bei einem kurzen aber heftigen Unwetter in der griechischen Ferienregion Chalkidiki ums Leben gekommen. Das Gebiet gleicht einem Trümmerfeld. Wirbelstürme sollen durch ein seltenes Wetterphänomen entstanden sein.

Das Unwetter dauerte offenbar nur zehn Minuten. Doch es hat ausgereicht, um die Ferienregion zu verwüsten: Dächer stürzten ein, Strommasten knickten um, die Versorgung mit Strom und Wasser wurde unterbrochen. Sechs Touristen und ein griechischer Fischer kamen ums Leben. Mehr als 140 Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt, einige davon schwer.

Wohnmobil über Strand geschleudert

An der Küste des Ortes Sozopoli wurde der Camper eines tschechischen Ehepaars durch den Sturm über den Strand geschleudert. Der Mann und die Frau starben. Die Kräfte, die auf das Wohnmobil gewirkt haben, müssen extrem gewesen sein. Ein Bild zeigt, wie das Fahrzeug völlig zerstört auf dem Dach liegt. Kleider und andere Gegenstände des Paars liegen auf einer großen Fläche um den Camper herum.

Bild der Verwüstungen nach dem Unwetter im Ort Nea Plagia; Foto: picture alliance/-/Thestival.gr/dpa

Verwüstungen nach dem Unwetter im Ort Nea Plagia

picture alliance/-/Thestival.gr/dpa

Weiter östlich im Ort Nea Plagia suchten Menschen unter einem Vordach dem Taverne Schutz. Das wurde einer rumänischen Mutter und ihrem Sohn zum Verhängnis. Das Dach brach durch den Sturm ein. In Nea Potidea kamen ein russischer Tourist und sein Sohn durch einen umgestürzten Baum ums Leben.

Extremer Sturm

Anwohner aus der Region berichten, dass sie so etwas noch nie erlebt hätten. Einige Orte sehen aus, als habe es ein Erdbeben gegeben. Autos, Mülltonnen, Motorräder und Strandmöbel seien durch die Luft gewirbelt worden.

„Als die Regentropfen mich am Rücken trafen, dachte ich, es wären Steine, so stark war der Wind.“

Anwohner

In griechischen Medien wird berichtet, dass zwei Wirbelstürme über die Region gezogen sind. Meteorologen hatten mit Stürmen gerechnet und für den Abend auch davor gewarnt. Nur sei es nicht möglich gewesen, genau vorherzusagen, wie stark sie werden und wo sie entstehen.

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Große Hitze offenbar Auslöser für seltenes Wetterphänomen

Das liege an einem sehr seltenen aber bekannten Wetterphänomen, erklärte der Leiter des griechischen Katastrophenschutzes Efthymio Lekkas in einem Radiointerview. Es könne nur in Küstennähe entstehen. Bis in den späten Abend hinein habe am Mittwoch große Hitze mit Temperaturen bis zu 40 Grad geherrscht. Dadurch sei viel Meerwasser verdampft, erklärte Lekkas. Aus der feuchten Luft seien dann die Wirbelstürme entstanden – allerdings passiere das nur sehr selten.

Das griechische Innenministerium versprach schnelle Hilfe für die betroffene Urlaubsregion. Außerdem seien Soldaten mit Generatoren und Räumgerät auf dem Weg, meldete das Verteidigungsministerium. Erst im letzten Sommer ereignete sich in Griechenland eine verheerende Brandkatastrophe. Mehr als 100 Menschen kamen damals ums Leben.

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Mario Demuth
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